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Carsten Bange

Willkommen bei meinem Blog im BeyeNETWORK. Dies ist kein Social Blog, also werde ich Ihnen beispielsweise nicht schreiben, wie ich das Essen auf der letzten BI-Konferenz fand. Vielmehr möchte ich den Web Log zur Konservierung von Eindrücken und Neuigkeiten zu Business Intelligence Lösungen und Anbietern nutzen, explizit auch zu Lösungen, die nicht alle ausführlich getestet und in die BARC Studien aufgenommen werden können. Feedback ist immer willkommen! Schreiben Sie mir unter carsten.bange@barc.de

Über den Autor >

Dr. Carsten Bange ist geschäftsführender Gesellschafter des Business Application Research Centers (BARC). Er ist seit mehr als 10 Jahren für nationale und internationale Unternehmen verschiedenster Branchen und Größen im Rahmen der Strategie- und Architekturberatung, Werkzeugauswahl und Qualitätssicherung in Business-Intelligence- und Datenmanagement-Projekten tätig. Als neutraler Beobachter des Softwaremarktes ist er ein häufiger Redner bei Tagungen und Seminaren sowie Autor zahlreicher Fachpublikationen und Marktstudien.

Ascention zeigte uns bei BARC kürzlich ihr Produkt "user-driven datawarehouse" in Version 4.1. Es handelt sich hierbei um einen Data-Warehouse-Konfigurator auf Basis von Microsoft SQL Server 2005.
Nachfolgend eine kurze Übersicht des Produktes - einen ausführlicheren Review habe ich für unsere Studie BARC Software Evaluation "Data Warehousing und Datenintegration" verfaßt.

Data-Warehouse-Konfiguratoren stellen eine Meta-Ebene zur Erstellung und Administration von Data-Warehouse-Datenbanken und Datenintegrationsprozessen bereit. Der Anwender bzw. Administrator kann ein Data Warehouse mit einer einfach zu bedienenden Oberfläche aufbauen und pflegen, die ihn von Komplexität einer Datenmodellierung im Datenbankmanagementsystem, einer Programmierung von individuellen Datenintegrationsprogrammen oder der Entwicklung von Datenintegrationsprozessen in ETL-Werkzeugen abschirmt.

Data-Warehouse-Konfiguratoren sind aus unserer Sicht hochinteressante Anwendungen, da Sie Kosten im Projekt, aber auch im laufenden Beitrieb einsparen und Flexibilität bei Änderungen und Qualität der Gesamtimplementierung erhöhen. Der Nutzen von Konfiguratoren setzt sich aus verschiedenen Effekten zusammen:


  • Schnellere Projektumsetzung (Einsparziel: 50% gegenüber manueller Umsetzung)

  • Dokumentation und damit effizientere Wartung

  • Bedienbarkeit auch durch IT-affine Fachanwender

  • Höhere Qualität durch Standardisierung von Vorgehensweise und verfügbaren Best-Practices insbesondere für Datenmodellierung (Star-Schemas, Historisierung, Surrogate Keys)

  • Höhere Flexibilität und Anpassungsfähigkeit bei allfälligen Änderungen in einem Data Warehouse



Architektur/Komponenten
Ascention user-driven datawarehouse besteht aus


  • einem Data Warehouse Datenmodell (als Ziel für alle Datenintegrationsprozesse) sowie

  • einem Web-basierten Werkzeug zur Konfiguration des Datenmodells und der Datenintegrationsroutinen.
  • Das Werkzeug erlaubt die Unterstützung verschiedener Vorgehensmodelle zum Aufbau eines Data Warehouse, wobei die notwendigen Prozesse automatisiert im Hintergrund überwiegend als SQL Server Datenintegrationsprozesse angelegt werden.
    Somit wird ein grundsätzlich fachlich und technisch versierter Fach- oder IT-Anwender in die Lage versetzt, ein Data Warehouse zu administrieren und vor allem die Veränderungsprozesse einfacher durchführen zu können.

    Ascention1.gif
    Der Screenshot zeigt die Web-basierte Oberfläche zur Konfiguration des Data Warehouse, im Beispiel die Einstellung des Historisierungsverhaltens verschiedener Stammdatenfelder

    Datenintegration
    In der Web-basierten Administrationsoberfläche erfolgt die Definition von Datenintegrationspaketen, die im Hintergrund auf Basis von SQL Server Integration Services umgesetzt und ausgeführt werden. Idee ist, eine einfachere Oberfläche anbieten zu können, die Datenflüsse zwischen Eingangsdatenschicht, Geschäftsobjektschicht und Star-Schema-Schicht definiert und Steuerungsmöglichkeiten für die Datenflüsse anbietet.

    Funktionen
    Es werden drei verschiedenen Funktionsgruppen angeboten:


    • Technische Unterstützung beim Aufbau des Data Warehouse wie Automatische Erstellung von Indizes, Partitionierung etc.

    • Fachlich/inhaltliche Unterstützung wie Dublettencheck und -eleminierung, Währungsumrechnung, Intercompany Konsolidierung etc.

    • Nachgelagerte Funktionen (Postprocessing), die auf den gesamten Datenbestand im Data Warehouse nach dem Laden angewendet werden können und neue Information (in eigenen Tabellen) generieren, die dann in Auswertungswerkzeugen genutzt werden können

    Summary
    Insgesamt ein interessantes Produkt für den Data-Warehouse-Aufbau in Microsoft SQL Server. Es weist viele Stärken und nur wenige Schwächen auf und hat ein interessantes Potential.
    Eine detailliertere Bewertung ist im ausführlicheren Review zum Ascention user-driven datawarehouse in der BARC Software Evaluation "Data Warehousing und Datenintegration" enthalten.
    Aktuelle Webseite zum Produkt bei Ascention.

    Ähnliche Produkte und Ansätze zur Konfiguration von Data Warehouses finden sich bei:
    SAP BW (SAP NetWeaver BI) und Kalido.
    Zusätzlich existieren Lösungen auf dem Markt, die vordefinierte Datenmodelle mit oder ohne vordefinierten Datenintegrationsroutinen anbieten, aber tendenziell eher zum Ziel haben, Blaupausen für fachliche Inhalte anzubieten und nicht wie bei Data Warehouse Konfiguratoren ein Data Warehouse generisch aufzubauen. Zu nennen sind hier beispielsweise Business Objects Rapid Marts für verschiedene Themen und ERP-Systeme, SAP BW Business Content für SAP-Daten, ProfitBase (ebenfalls für Microsoft SQL Server), NewFrontiers für Data Marts in Oracle mit SAP ERP-Daten, branchen- oder themenbezogenen Templates oder Blueprints von Oracle/Hyperion und IBM/Cognos und vielen weiteren Anbietern mehr.

    Ein weites Feld unterschiedlicher Ansätze also, aber alle mit dem gleichen Ziel: Kosten senken, Implementierungszeiten verkürzen, Flexibilität und Qualität erhöhen. Nutzenversprechen, die einen genaueren Blick Wert sind. Kernfrage in der Bewertung ist immer das Verhältnis zwischen Produkt-/Lizenzkosten und eingesparten Projektaufwand unter besonderer Berücksichtigung der langfristigen Effekte auf Wartungskosten und Flexibilität für Erweiterungen.


Posted 20.10.08 14:30
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