Microsoft kündigt an, den PerformancePoint Server nach knapp 2 Jahren auf dem Markt nach dem nächsten Servicepack 3 diesen Sommer nicht mehr weiterzuentwickeln. Die Planungsfunktionen werden aufgegeben, Monitoring (Dashboard, Scorecard) und Analysefunktionen von ProClarity werden in Sharepoint Server Enterprise integriert. PerformancePoint wird ab April nicht mehr auf der Preisliste auftauchen, Support soll bis 2018 gegeben werden.
Wahrscheinlich ein Opfer der Wirtschaftskrise: Erst gestern kündigte Microsoft ein Kostensenkungsprogramm und die Entlassung von 5000 Mitarbeitern an. PerformancePoint gehört wohl zu den unprofitablen Produkten, die gestrichen wurden.
Hintegründe und Konsequenzen aus dieser Ankündigung sind vielfältig (mehr dazu im BARC-Analystenkommentar), aber ein kurzes Fazit hat zwei Punkte:
1. Ein neuer Beweis für unsere These: Kauf das Produkt, nicht den Anbieter. Wer denkt, dass die Größe eines Software-Anbieters für Stabilität in der Produktentwicklung und -kontinuität steht, der liegt genau falsch.
2. Ein strategischer Fehler von Microsoft. Planung gehört zum Business-Intelligence-Kontinuum und kann nicht einfach von Reporting und Analyse getrennt werden. Wer strategischer Anbieter für Business Intelligence in großen Unternehmen werden möchte, sollte ein Angebot haben. Wir würden uns nicht wundern, wenn Microsoft in einiger Zeit einen Planungsanbieter kauft oder ein Produkt aus dem bestehenden Portfolio um Planungsfunktionen erweitert, um diesen Fehler wieder zu korrigieren.
Einen ausführlichen BARC-Analystenkommentar mit Hintergründen und Konsequenzen finden Sie hier.
Weitere Referenzen:
Microsoft Video zur Ankündigung
Kommentar von Nigel Pendse im OLAP Report
Peter Kollers Blog
Dan Englishs Blog
Posted 23.01.09 5:41
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