Die CeBIT war immer schon die führende Groß-Messe in Deutschland für die Präsentation von Business Intelligence Lösungen. Die Nachfrage nach Business Intelligence ist – auch in Krisenzeiten - ungebrochen und der Markt wächst weiter kräftig. Doch seit Jahren sinkt die Zahl der ausstellenden BI-Anbieter auf der CeBIT - und die Präsentation des Themas in diesem Jahr läßt befürchten, dass dieser Trend weiter anhält.
Das Problem scheint allerdings hausgemacht: Die meisten Anbieter wurden in diesem Jahr in Halle 5 positioniert, die eher einer Restehalle glich. Die Business Intelligence Anbieter mit eigenem Stand (Lucanet, Cubeware, IDL, Corporate Planning) waren umzingelt von Verlagen, Länderständen z.B. von Malaysia und Sachsen, Security- und anderen Speziallösungsanbietern. Alles nicht gerade themenaffin - da war man im letzten Jahr in Halle 4 neben SAP, Microsoft und anderen Anbietern von Geschäftsapplikationen doch deutlich besser aufgehoben.
Durch das Computerwoche Karrierezentrum für Jobsuchende von den anderen BI-Anbietern abgetrennt präsentierten dann noch einige BI-Anbieter wie QlikTech, Evidanza, Board, InfoZoom, Orbis oder Microsoft im Rahmen des BI-Forums, das in diesem Jahr im Rahmen der eher enttäuschenden „Enterprise Application World“ organisiert wurde. Am Rand der Halle, mit einer suboptimalen Raumaufteilung und umgeben von großen Freiflächen und war das auch kein Glanzlicht.
Im Vergleich zu vielen anderen Softwaresegmenten wie z.B. ERP hat sich der Business Intelligence Markt und seine Anbieter in den letzten Jahren fulminant entwickelt. Dieser Bedeutung des Themas ist die Präsentation auf der CeBIT in diesem Jahr überhaupt nicht gerecht geworden. Wenn sich die Messe hier nicht deutlich verbessert, dann steht zu befürchten, dass bald so gut wie keine Aussteller mehr kommen werden. Das wäre allerdings schade, denn wir werden nicht jegliche Informationsbeschaffung kurzfristig virtualisieren und das Thema gehört prominent auf die IT Leitmesse in Deutschland. BARC wird gerne an einer Verbesserung der Situation mitarbeiten und seine Vorschläge und Ideen einbringen. Ich lade alle Interessierten ein, daran mitzuwirken – schreiben Sie mir unter carsten.bange@barc.de
Posted 13.03.10 11:37
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Dem Urteil von Carsten Bange kann ich mich nur anschließen. Die CeBIT als Universalmesse alter Art scheint das Gespür für den richtigen Rahmen zur Darstellung von Informationssystemen für die betriebwirtschaftliche Unternehmensführung und damit verbundener Dienstleistungen verloren zu haben bzw. vielleicht auch noch nie richtig besessen zu haben. Vielmehr scheint man jetzt wieder verstärkt auf den Endverbraucher zu setzen (siehe "Party-Halle" von Intel), der aber konträr zu den Interessen der Geschäftskunden sein dürfte.
Wenn die CeBIT kein aussterbender Saurier auf Zeit bleiben will, muss sich die Deutsche Messe AG hier einen Ruck geben und sollte hier stärker auf das Urteil erfahrener Analysten, Branchenvertreter, führender Firmen oder vielleicht sogar interessierter Besucher (!) hören.
Wir waren selbst als Aussteller des BI-Forums in den vergangenen Jahren aktiv. Nach einem enttäuschenden letzten Jahr haben wir in diesem Jahr unser BI Angebot wieder auf dem Microsoft Hauptstand präsentiert.
Ich bin mir nicht sicher, ob die Messeveranstalter hier viel Einfluss besitzen? Durch die Konsolidierung des BI Marktes in den letzten Jahres sind die großen Hersteller (IBM, Microsoft, SAP) mit ihren BI Angeboten auf dem Hauptstand gewichen. Hier informieren sich Business Kunden, die sich homogene System-Landschaften inkl. Business Intelligence Funktionen wünschen. Für uns als Microsoft Partner ist diese Form der Präsentation optimal.
Ich kann hier ebenfalls nur zustimmen. Der Ausdruck "Restehalle" für Halle 5 trifft es genau. Jedox sollte einen Stand direkt neben der Heise/ct Fläche bekommen, was wir dankend abgelehnt haben. Unsere gute Positionierung in Halle 4 vom letzten Jahr wurde uns nicht mehr angeboten. Auch die Positionierung des Open-Source Forums in Halle 2 war verwirrend. Das Thema CeBIT und Jedox hat sich für uns zunächst einmal erledigt.
Richtig: BI entwickelt auf der CeBIT kein Profil! Die Standnummerierung war zum Teil absolut miserabel; hier besteht dringender Änderungsbedarf. Aber: Gewundert habe ich mich über die Menge an Interessenten am Messefreitag in den Hallen 2 bis 5, wo es ja weniger um Konsumthemen, sondern um Geschäftsanwendungen ging. Da war es zum Teil richtig eng.
Leider kann auch ich hier nur zustimmen. Mir stellt sich die Frage warum diese Entwicklung bei der Cebit zu beobachten ist.
Eine Antwort, die sich mir aufdrängt ist der reine Lizenzumsatz als Triebfeder für die Darstellung des Themas Business Intelligence. In diesem Zusammenhang ist für Nischen und kleinere Anbieter kein Platz.
Ich habe vor allem die Vision und den Ausblick auf zukünftige Entwicklungen vermißt, die es erlauben strategische Überlegungen danach auszurichten.
Carsten Bange trifft mit seinen Aussagen im Blog den Nagel auf den Kopf. Wir als Aussteller und damit direkt Betroffene hätten den „Zustand“ nicht besser formulieren können. Jahrelang waren wir mit einem eigenen Stand auf der CeBIT vertreten. Aufgrund der sehr unvorteilhaften Positionierung des BI-Bereichs in Halle 4 im Jahr 2009 baten wir die Deutsche Messe AG um ein schlüssiges Konzept für 2010 – ohne Erfolg. Deshalb entschieden wir uns – neben einem Microsoft Partnerstand in Halle 4 - für einen Stand im forum bi in Halle 5. Leider bestätigte sich auch in diesem Jahr die schlechte Positionierung des Themas BI in Halle 5. Ein eigener Auftritt als Hersteller erscheint uns vor diesem Hintergrund für 2011 durchaus denkbar, allerdings unter der Voraussetzung, dass die Messe ein neues Konzept mit attraktiver Lage präsentiert und somit dem Thema BI den Stellenwert einräumt, den es im Markt einnimmt. Wir planen, hierzu auch andere BI-Anbieter anzusprechen und mit ins Boot zu holen – gemäß dem Motto: Gemeinsam mehr bewirken!