Wie heute bekannt wurde, legt SAP ein Übernahmeangebot für Sybase im Wert von 5,8 Milliarden Dollar vor. Dies hat zwei Stoßrichtungen: Der wichtigere Part für SAP sind sicherlich die Lösungen für mobile Endgeräte von Sybase, die SAP bessere Möglichkeiten für diese zukunftsträchtige Verteil- und Zugriffsform auf Informationen und Anwendungen verschafft. Der zweite interessante Bereich ist das Datenbankgeschäft von Sybase, wo neben SQL Anywhere für mobile Plattformen mit ASE eine klassische transaktional orientierte relationale Datenbank und mit IQ eine spaltenorientierte analytisch orientierte relationale Datenbank im Portfolio ist. Damit verstärkt sich SAP portfolioseitig in zwei Bereichen, in denen sie momentan nicht stark präsent ist und stärkt insgesamt ihre Marktposition mit diesen Ergänzungen der Business Applications um Infrastruktur-Software.
Die konkreteren Pläne im Bereich der Datenmanagement-Plattformen sind noch ziemlich vage. Der relevante Teil der Mitteilung besagt:
"Sybase wird durch die In-Memory-Technologie der SAP die Performance ihrer Analysesysteme wesentlich erhöhen können. Sybase kann zudem ihre Expertise im Bereich der Verarbeitung komplexer Ereignisse und Analysen aus dem Finanzsektor nun auch Kunden in anderen Branchen und Märkten zur Verfügung stellen, in denen SAP vertreten ist. Außerdem wird das Datenbankgeschäft von Sybase durch die In-Memory-Technologie der SAP erweitert, um integrierte Transaktions- und Analysefunktionen zu ermöglichen. Im gleichen Zug sichert die SAP ihren Kunden zu, auch weiterhin für alle Lösungen und Produkte des Unternehmens den Einsatz anderer bedeutender Datenbanksysteme zu unterstützen."
Dies eröffnet erst einmal mehr Fragen als Antworten:
- Die eingebettete Datenbank Sybase Anywhere hat eine In-Memory Option und die Transaktionsdatenbank ASE wurde erst im Februar mit ASE 15.5 um eine In-Memory Option erweitert. Suggeriert die Mitteilung, dass die SAP In-Memory Datenbank leistungsfähiger ist? Wie "erweitert" sie dann die Sybase Systeme?
- Als Sybase "Analysesystem" geht am ehesten die spaltenorientierte Datenbank IQ durch - diese Technologie stand vielleicht auch Pate für die SAP Datenbank-Entwicklung - es gibt zumindest viele Parallelen. Vielleicht steht hier ein Ersatz der relativ alten spaltenorientierte Sybase Datenbank durch die neu entwickelte spaltenorientierte SAP-Datenbank an, die vollständig In-Memory läuft (was IQ nicht tut)?
Ich bin gespannt auf detailliertere Informationen in den nächsten Tagen auf der Sapphire.
Posted 13.05.10 0:24
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Weitere offene Fragen:
- Portiert SAP seine Applikationen auf Sybase ASE oder gleich in eine In-Memory Datenbank wie bei Business ByDesign?
- Was passiert mit MaxDB?
Vielleicht auch interssant, ob SAP die Chance nutzt den Sybase PowerDesigner (Daten/Informationsmodellierung) für seine anderen Produkte einzusetzen bzw. mit diesem Produkt Entwicklern und Kunden einen echten Mehrwert zu bieten.