Der eingeschränkte Erfolg von HP's Data Warehouse Appliance Neoview befeuert schon lange Spekulationen über die Zukunft dieses Produktes und generell über HP's Pläne im Softwaremarkt für Business Intelligence und Data Warehousing. Die großen Konkurrenten IBM und Oracle sind mit eigenen Hardware-/Softwareangeboten im Markt, Microsoft und SAP stärken ihre analytischen Datenbanken. Aktuelle Personalveränderungen schüren die Spekulationen.
Mark Smith's Meldung einer Einstellung der softwareseitigen BI- und Data Warehouse Aktivitäten rund um HP Neoview folgte das Dementi von HP. Doch Fragen bleiben.
Der Markterfolg für HP Neoview ist weitgehend ausgeblieben. In Deutschland gibt es vermutlich nur eine Installation und auch weltweit hat sich das Produkt nie ernsthaft gegen Teradata, IBM oder Oracle und die Vielzahl der kleinen analytischen Datenbankanbieter im Data Warehouse Markt etablieren können. Dies spricht für eine Einstellung des Produktes, um sich entweder aus dem Markt zurückzuziehen und weiter auf die Partnerschaften mit anderen Softwareanbietern in diesem Segment zu setzen oder eine Übernahme vorzubereiten.
Aktuelle Personalveränderungen sprechen stärker dafür, dass HP weiter im Data Warehouse Markt aktiv bleibt.
Die Berufung des ehemaligen SAP CEOs Leo Apotheker an die HP-Spitze kann sicherlich als Wille des HP Verwaltungsrates interpretiert werden, den Anteil des Softwaregeschäftes am Gesamtumsatz zu steigern. Noch stärker zeigt der kürzliche Wechsel von SAP BusinessObjects Veteran Marge Breya zu HP ein möglicherweise stärkeres Engagement mit BI- und Data Warehouse Produkten. Da dies durch organisches Wachstum für amerikanische Technologiekonzerne dieser Größenordnung wohl eher zu langsam geht, werden für HP größere Übernahmeziele wie SAP oder mittelgroße wie Tibco, Teradata, Informatica in Frage kommen.
Insbesondere Teradata als einzig verbleibender großer Spezialist im Data-Warehouse-Appliance Markt ist hier der offensichtliche Kandidat - wird aber schon so lange als Übernahmekandidat gehandelt, dass man es schon fast nicht mehr glauben kann.
Es bleibt das starke Hardwaregeschäft, viele Partnerschaften und die eigene Consulting-Organisation für BI und Data Warehousing.
Die Positionierung der großen Wettbewerber und der Markttrend der Konsolidierung zu Komplettanbietern wird HP wohl auch dazu treiben, sich stärker im Markt für Datenmanagement-Software zu engagieren. Ob das dann erfolgreicher als momentan mit Neoview gelingen kann, hängt sicherlich auch von Veränderungen in der HP Organisation ab. Ein weiterer potenter Wettbewerber ist aber sicherlich nicht unbedingt schlecht für den Markt.
Posted 21.12.10 0:19
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