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Carsten Bange

Willkommen bei meinem Blog im BeyeNETWORK. Dies ist kein Social Blog, also werde ich Ihnen beispielsweise nicht schreiben, wie ich das Essen auf der letzten BI-Konferenz fand. Vielmehr möchte ich den Web Log zur Konservierung von Eindrücken und Neuigkeiten zu Business Intelligence Lösungen und Anbietern nutzen, explizit auch zu Lösungen, die nicht alle ausführlich getestet und in die BARC Studien aufgenommen werden können. Feedback ist immer willkommen! Schreiben Sie mir unter carsten.bange@barc.de

Über den Autor >

Dr. Carsten Bange ist geschäftsführender Gesellschafter des Business Application Research Centers (BARC). Er ist seit mehr als 10 Jahren für nationale und internationale Unternehmen verschiedenster Branchen und Größen im Rahmen der Strategie- und Architekturberatung, Werkzeugauswahl und Qualitätssicherung in Business-Intelligence- und Datenmanagement-Projekten tätig. Als neutraler Beobachter des Softwaremarktes ist er ein häufiger Redner bei Tagungen und Seminaren sowie Autor zahlreicher Fachpublikationen und Marktstudien.

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Composite Software aus San Mateo/USA, ein bekannter Spezialist für die direkte Integration von Daten aus verschiedenen Quellen, verstärkt seine Aktivitäten in Deutschland. Gegründet wurde Composite im Jahr 2002 und kann inzwischen 80 aktive Kunden und 70% jährlichen Wachstums in den letzten zwei Jahren aufweisen.

In der Kernkomponente, dem Composite Information Server, wird ein „virtueller Datenlayer“ aufgebaut, also Metadaten, die den Zugriff auf verschiedenste Datenquellen und die Möglichkeiten der Verbindung der Daten aus diesen Quellen definiert. Für Anwendungen oder Anwenderwerkzeuge wird eine Sicht aus den kombinierten Daten zur Verfügung erstellt, so dass Daten gezeigt und genutzt werden können, die nicht physisch, aber logisch integriert wurden. Dieses Konzept wird im deutschsprachigen Raum auch häufig als Föderation oder föderierte Datenbanken bezeichnet.

Composite wird als Middleware-Komponente eigenständig eingesetzt, aber auch in einigen Business-Intelligence-Lösungen als OEM-Komponente mit angeboten. Composite bietet dann ergänzende Möglichkeiten des flexiblen Datenzugriffs auf unterschiedliche Datenquellen direkt aus dem Frontend. Im Gegensatz zum herkömmlichen ETL-Ansatz müssen diese Daten nicht erst in eine neue Datenbank integriert und repliziert werden, sondern stehen dank der logischen Integration vergleichsweise schnell zur Verfügung. Composite Komponenten finden sich in den Angeboten von IBM Cognos, MicroStrategy, Informatica, PitneyBowes, SAS und weiteren.

Typische Einsatzbereiche für Föderation im Business-Intelligence-Kontext umfassen:

  • Erweiterung eines bestehenden Data Warehouse Schemas um neue Datenquellen, bevor diese physisch in das Data Warehouse integriert werden (können).
  • Aufbau von virtuellen Data Marts für ein bestehendes Data Warehouse.
  • Kurzfristige Verbindung von Datenquellen zur Befriedigung von ad-hoc Anfragen, z.B. nach einem Merger von Unternehmen zur Kombination von Daten aus mehreren Data Warehouses.
  • Ersatz eines Data Warehouse in Fällen, wo die einfache Integration von Daten performant möglich ist, ohne dass Anforderungen an Transformation und Historisierung von Daten oder die Überführung in ein komplexeres Schema bestehen.
  • Erweiterung von Master Data Hubs um Stammdaten aus Datenquellen, die (noch) nicht in den Hub integriert wurden.

Vorteile des Föderationsansatzes sind insbesondere der sehr schnelle Zugriff auf (neue) Datenquellen, da nur Metadaten definiert werden müssen und die hohe Flexibilität bei der Änderung des Zugriffes.
Nachteile des Föderationsansatzes umfassen eingeschränkte Transformationsmöglichkeiten und damit eingeschränkte Möglichkeiten der Datenqualitätssicherung und –verbesserung während der Integration und keine Historisierung von Daten, da nur ein Ad-hoc (Real-Time) Zugriff realisiert wird.
Eine besondere Herausforderung des virtuellen Ansatzes ist der Zugriffsschutz von Daten. Trotz rollen-basierten Berechtigungskonzepten bis hinunter auf Datensatzebene ist der Funktionsumfang an Datenzugriffseinschränkungen eines BI-Anwenderwerkzeuges teilweise nur schwer durch den virtuellen Ansatz abbildbar. Vor allem an dieser Stelle lohnt sich ein detaillierter Blick.

Eine ausführliche Beschreibung und Bewertung der Composite Lösung steht in der BARC-Studie „Data Warehousing und Datenintegration“ bereit.


Posted 19.01.11 2:27
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