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Carsten Bange

Willkommen bei meinem Blog im BeyeNETWORK. Dies ist kein Social Blog, also werde ich Ihnen beispielsweise nicht schreiben, wie ich das Essen auf der letzten BI-Konferenz fand. Vielmehr möchte ich den Web Log zur Konservierung von Eindrücken und Neuigkeiten zu Business Intelligence Lösungen und Anbietern nutzen, explizit auch zu Lösungen, die nicht alle ausführlich getestet und in die BARC Studien aufgenommen werden können. Feedback ist immer willkommen! Schreiben Sie mir unter carsten.bange@barc.de

Über den Autor >

Dr. Carsten Bange ist geschäftsführender Gesellschafter des Business Application Research Centers (BARC). Er ist seit mehr als 10 Jahren für nationale und internationale Unternehmen verschiedenster Branchen und Größen im Rahmen der Strategie- und Architekturberatung, Werkzeugauswahl und Qualitätssicherung in Business-Intelligence- und Datenmanagement-Projekten tätig. Als neutraler Beobachter des Softwaremarktes ist er ein häufiger Redner bei Tagungen und Seminaren sowie Autor zahlreicher Fachpublikationen und Marktstudien.

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Die gestern und heute stattfindende BARC-Tagung BI war mit ca. 200 Teilnehmer wieder erfreulich gut besucht. Das Ziel der Veranstaltung einen einmaligen Überblick des Werkzeugmarktes für Business Intelligence zu liefern wurde mit einem schönen Marktquerschnitt von 16 führenden Anbietern sehr gut erreicht.

Die Mischung der Anbieter zeigte die wesentlichen Marktsegmente: Die fünf großen IT-Generalisten mit BI-Produktportfolio IBM, Infor, Microsoft, Oracle, SAP, fünf global präsente BI-Spezialisten Information Builders, JasperSoft, MicroStrategy, Qliktech und SAS sowie die lokalen Spezialisten Arcplan, Bissantz, Board, Cubeware, LucaNet und PST zeigten ihre Lösungen.
Dabei wurden zahlreiche Neuigkeiten gezeigt:


  • Erstmals in Deutschland auf einer öffentlichen Veranstaltung präsentierten IBM und SAP ihre jeweils gerade fertiggestellten großen neuen Versionen Cognos 10 und BusinessObjects 4.0.

  • Jaspersoft gab einen ersten Einblick in das „Ruby“ Release der Commercial Open Source Software,

  • MicroStrategy die neuen Mobilen BI-Fähigkeiten,

  • Arcplan zeigte sein neues Projekt zur Verbindung von Social-Media-Daten mit betriebswirtschaftlichen Kennzahlen,

  • Oracle das erst im Sommer veröffentlichte Business Intelligence 11g Edition.

Auch viele weitere Anbieter auf der Tagung konnten zeigen, wie sie mit Innovationen in ihren Produkten weiterhin ihre differenzierenden Wettbewerbsvorteile gegenüber dem immer größer werdenden Wettbewerb behaupten können.

Als Neuigkeit können nicht nur Teilnehmer der Tagung die Präsentationen der Lösungen noch einmal in einer Web-Plattform mit aufgezeichneten und strukturierten Software-Demonstrationen anschauen.

Im Februar 2011 (22./23.2.) geht die BARC Tagungsreihe weiter mit einem Blick auf Planungs- und Controllinglösungen für mittelständische Unternehmen oder abgegrenzte Projekte in Großunternehmen.


Posted 17.11.10 7:39
Permalink | keine Kommentare |

von Christian Fuchs und Carsten Bange
Ende Juni 2010 gab der amerikanische Business-Software-Anbieter Infor bekannt, seine wichtigsten Geschäftsanwendungen inkl. der Business-Intelligence-Lösungen (u.a. einige ehemalige MIS-Produkte) zukünftig an komplementären Microsoft-Produkten auszurichten.
Insbesondere bezieht sich diese Produktstrategie auf den Microsoft SQL Server als zukünftig bevorzugte relationale Infor-Datenbank und Microsoft SQL Server Reporting Services als (Standard-)Reportingkomponente für Infor-Business-Applikationen. Infor plant darüber hinaus, Microsoft SharePoint 2010 als bevorzugtes Portal zu nutzen.
Verbunden mit den Nachrichten über den Wechsel des Produktmanagers und des größten Teils der Entwicklungsmannschaft von Infor PM OLAP (ex MIS Alea) zum Start-Up Jedox Ende vergangenen Jahres stellt sich die Frage, wie es mit den Infor-BI-Produkten weitergeht.

Wir konnten kürzlich mehr zur Infor-Strategie vom neuen, global verantwortlichen General Manager für BI- und Performance Management-Lösungen – Julian Johnson, der im Juni von der SAP zu Infor gestoßen ist – und dem Produktmanagement-Verantwortlichen James Maniscalco erfahren. Der Managementwechsel repräsentiert die erste wesentliche Änderung bei Infor: eine neue Organisationsstruktur mit neuen Verantwortlichen für BI. Während Infor PM (Performance Management) früher Teil der geografischen, ERP-orientierten Organisationsstruktur war, ist PM seit Juni eine eigenständige Division im Infor-Konzern mit entsprechend gewachsener Bedeutung, dediziertem Vertrieb etc.
Neben den organisatorischen Änderungen erfolgte auch eine Neuausrichtung der Entwicklung. Zukünftig werden Infor-PM-Applikationen an den drei Standorten Ann Arbor (Michigan), Darmstadt und Prag von insgesamt 120 Mitarbeitern entwickelt. Dies bedeutet faktisch wieder eine Stärkung des alten MIS-Entwicklungsstandortes Darmstadt, was aus deutscher Perspektive natürlich begrüßenswert ist. Weiterhin ist nun auch erklärtes Ziel, eine gemeinsame Code-Basis für Infor-PM-Applikationen zu entwickeln. Bisher wurden die Produkte an ihren jeweiligen Entwicklungsstandorten getrennt voneinander entwickelt. Ziel ist es, die Produkte und Applikationen auf eine gemeinsame Code-Basis zu stellen. Im Rahmen der strategischen Ausrichtung auf Microsoft erfolgt dabei z. B. die GUI-Entwicklung in Silverlight.

Die neue Organisation geht auch mit einer neuen Produktstrategie einher: Die Microsoft-Orientierung führt zur Nutzung von SQL Server für relationale Speicherung, SQL Server Reporting Services für operatives Reporting (insb. für alle ERP-Applikationen von Infor) und Sharepoint Server für Kollaboration und Berichtsverteilung. Die drei Infor-PM-Produkte sind strategisch und werden wie oben beschrieben weiterentwickelt: Infor PM OLAP (ex MIS ALEA), Application Studio (ex MIS OnVision) und Query & Analysis (ex Vision). Bei diesen drei Produkten sieht Infor den Mehrwert der Eigenentwicklung hoch genug, um sich hier nicht von Microsoft abhängig zu machen. Die dritte Ebene neben Microsoft-Plattform-Komponenten und eigenen Produkten stellen eine Reihe von analytischen Applikationen dar, die auf dieser Basis neu entwickelt werden sollen. Geplant sind hier momentan Planung, Budgetierung, Forecasting, Konsolidierung und Strategiemanagement.

Fazit
Aus unserer Markteinschätzung basierend auf Wahrnehmung und dem Kundenfeedback in den BI Surveys war Infor in den vergangen Jahren vor allem im Markt für Neukunden wenig präsent und erfolgreich. Weder Entwicklungs- und Vertriebsorganisation, noch die Produktstrategie waren hier sonderlich überzeugend. Umsätze im Bereich PM wurden daher vor allem durch Migration von Bestandskunden auf neue Releasestände und Cross-Selling mit den eigenen ERP-Produkten erzielt. Dies soll sich nun ändern.

Die neue strategische Ausrichtung ist aus unserer Sicht zunächst einmal erfolgversprechend, da sie organisatorische wie technische Aspekte neu aufstellt. Die Produktstrategie zeigt eine Fokussierung auf wenige Produkte und Applikationen, was eine gute Voraussetzung schafft, die in den letzten Jahren verlorene Zeit wieder hereinzuholen. Bis die geschilderten Vorhaben umgesetzt sind und zu sichtbaren Ergebnissen führen, wird sicher einige Zeit vergehen. Infor bleibt mit seiner Größe und seinen Ressourcen aber ein ernstzunehmender Spieler im Softwaremarkt. Wenn die angekündigten Pläne umgesetzt werden und die Strategie greift, dann kann dies nicht nur für den ERP-, sondern verstärkt auch für den BI-Bereich gelten.


Posted 14.09.10 7:05
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