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Carsten Bange

Willkommen bei meinem Blog im BeyeNETWORK. Dies ist kein Social Blog, also werde ich Ihnen beispielsweise nicht schreiben, wie ich das Essen auf der letzten BI-Konferenz fand. Vielmehr möchte ich den Web Log zur Konservierung von Eindrücken und Neuigkeiten zu Business Intelligence Lösungen und Anbietern nutzen, explizit auch zu Lösungen, die nicht alle ausführlich getestet und in die BARC Studien aufgenommen werden können. Feedback ist immer willkommen! Schreiben Sie mir unter carsten.bange@barc.de

Über den Autor >

Dr. Carsten Bange ist geschäftsführender Gesellschafter des Business Application Research Centers (BARC). Er ist seit mehr als 10 Jahren für nationale und internationale Unternehmen verschiedenster Branchen und Größen im Rahmen der Strategie- und Architekturberatung, Werkzeugauswahl und Qualitätssicherung in Business-Intelligence- und Datenmanagement-Projekten tätig. Als neutraler Beobachter des Softwaremarktes ist er ein häufiger Redner bei Tagungen und Seminaren sowie Autor zahlreicher Fachpublikationen und Marktstudien.

Recently in Microsoft Category

Oracle hat gerade auf der mit 45.000 Besuchern best besuchten Oracle Open World die Exalytics Appliance angekündigt. Damit verstärkt Oracle sein Engagement im In-Memory Datenbankmarkt mit einer Appliance, die TimesTen oder Oracle Essbase als In-Memory Datenbanken anbietet und zusätzlich eine parallelisierte Version der Oracle BI Foundation enthält. Keine völligen Neuentwicklungen also, aber eine Appliance, die 1 TB Hauptspeicher mit überarbeiteten Versionen von TimesTen und Hyperion Essbase sowie Oracle BI Foundation Suite bündelt.

Hardware
Die Exalytic Appliance ist hardwareseitig mit 1 TB DRAM und 40 Cores ausgestattet. Mit der inzwischen verfügbaren Kompressionsrate von ca. 10x können also um die 10TB Rohdaten aufgenommen werden.
Software
Exalytics wird mit den beiden schon vor einigen Jahren zugekauften In-Memory Datenbanken TimesTen und Essbase sowie mit Oracle BI Foundation Suite angeboten.
Als relationale In-Memory Datenbank wird TimesTen angeboten, die Oracle 2005 übernommen hatte aber bisher bei Oracle eher ein Schattendasein gefristet hat.
Oracle Hyperion Essbase ist zusätzlich als multidimensionale In-Memory Datenbank in Exalytics verfügbar. Essbase kam 2007 mit der Hyperion Übernahme in das Portfolio und wurde in den letzten Jahren wieder besser unterstützt (z.B. durch Anbindung an den Oracle BI Server).
Eine parallelisierte Version der Oracle BI Foundation Suite mit überarbeiteten Anwenderkomponenten für Such-ähnliche Abfragen komplettiert das Exalytics Appliance Paket.
Architektur
Die In-Memory Datenbanken in Exalytics werden durch eine Infiniband Verbindung mit einer Oracle Datenbank oder Exadata verbunden, so dass Exalytics nicht als Stand-Alone System funktioniert sondern eher wie ein In-Memory Data Mart. Die Daten in den In-Memory Datenbanken in Exalytics werden durch eine heuristische Funktion aufgrund ihres Abfrageverhaltens ständig überprüft und aus der zugrundeliegenden Datenbank geladen ('Heuristic adaptive in-memory cache"). Somit bilden Basisdatenbank und Exalytics ein gemeinsames System.
Die Kombination Exalytics auf einer Standard Oracle RDBMS soll 18x schneller sein als die RDBMS alleine. Exalytics auf einer Exadata sogar 23x schneller als die Standard RDBMS.

Steht Exadata für die Aufrüstung von Data Warehouse Hardware, stellt Exalytics ergänzende In-Memory Data Marts mit BI-Software bereit. Dies ist eine Veränderung der bisher Oracle-RDMBS zentrierten Strategie und nutzt die im Portfolio vorhandenen Technologien TimesTen und Essbase.
Oracle reagiert damit auf die verstärkten In-Memory Bemühungen der Wettbewerber:
IBM positioniert stark die multidimensionale Datenbank TM1 und hat eine In-Memory Option für DB2 angekündigt.
Microsoft baut die Datenbank hinter PowerPivot - Vertipaq - zu einer ergänzenden In-Memory Datenbank aus, die neben der ebenfalls im Hauptspeicher ablauffähigen multidimensionalen Datenbank SQL Server Analysis Services steht.
SAP entwickelt die In-Memory Datenbank HANA als eigene Datenbankalternative.


Posted 2.10.11 20:12
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Die IT Schwergewichte HP und Microsoft tun sich zusammen und bringen zwei Data Warehouse Appliances auf den Markt. Damit wollen sie ihren Hauptwettbewerbern IBM und Oracle Paroli bieten, die Hardware- und Softwareangebote aus eigenem Haus kombinieren können.

Für den Mittelstand wird die HP Business Decision Appliance angeboten als Paket aus HP Hardware, Windows, MS SQL Server als Datenbank, Sharepoint 2010 und MS Excel mit PowerPivot als Analysewerkzeug. Ausgelegt ist das System auf 80 concurrent user, maximal können 150 unterstützt werden. Unbestätigte Preise starten bei ca. 25.000 Euro, für 50 User werden US$ 60.000 für 50 User, US$ 150.000 für 300 User genannt. Services werden von HP und Microsoft gemeinsam angeboten.

Für größere Data-Warehouse-Umgebungen wird die HP Enterprise Data Warehouse Appliance angeboten, die HP Hardware mit dem Microsoft SQL Server 2008 R2 Parallel Data Warehouse bündelt. Bei einer Datenskalierbarkeit bis 509 Terabyte und einem Einstiegspreis von 1,8 Millionen Euro zielt dieses Paket eher auf das mittelgroße bis große Data Warehouse Segment.

Microsoft hat mit SQL Server 2008 Release 2 neue Funktionen in die Datenbank integriert, die vor allem die Skalierbarkeit für größere Data Warehouse Installationen mit dem Einbau akquirierter Technologie des Appliance-Anbieters DatAllegro verbessern soll. Damit will Microsoft im Data Warehouse Markt auch die größeren Installationen adressieren, die bisher die Domäne von Oracle, Teradata, IBM und spezialisierter Appliance-Lösungen waren. Alle großen Anbieter liefern neben der Datenbank-Software auch Appliance-Lösungen (Hardware/Software-Kombinationen) oder haben wie im Fall von Teradata und Netezza ausschließlich Appliances im Programm. Die schnellere Installation, Senkung der Betriebskosten und leichtere Erweiterbarkeit haben Appliances inzwischen als Basis zur Implementierung von Data Warehouse- und BI-Systemen etabliert. Teradata ist der Altmeister in diesem Segment, IBM verfolgt es schon lange, Newcomer wie Netezza waren oder sind damit sehr erfolgreich, SAP geht diesen Weg mit dem BW Accelerator und der neuen HANA Analytical Appliance und letztlich hat Oracle sich mit dem Sun Akquisition sehr deutlich für diese Lieferform entschieden.
Bleiben von den IT-Schwergewichten HP mit dem Schwerpunkt auf Hardware und Services und Microsoft mit dem Schwerpunkt auf Software, die jeweils im eigenen Portfolio nicht alle Komponenten für eine Appliances haben und somit natürliche Partner für das Angebot an Data Warehouse Appliances sind.

HP hatte sich neben verschiedener kleinerer Datenbankpartner im DWH-Appliance Markt stark mit Oracle Exadata engagiert, wurde aber von Oracle mit der Akquisition von Sun wieder aus dem Rennen genommen. Nicht umsonst stellen HP/Microsoft dann wohl auch einen 50% Kostenvorteil gegenüber Oracle Exadata in den Raum – der natürlich wie immer am konkreten Fall zu überprüfen ist. Die eigene HP Appliance mit der NeoView Datenbank scheint ohnehin kaum Markterfolg zu haben (s. auch Wie geht es weiter für HP im BI- und Data Warehouse Markt?, so dass die Kombination von HP und Microsoft beide Anbieter in dem attraktiven Markt für Data-Warehouse-Appliances deutlich stärken sollte.


Posted 19.01.11 7:19
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Donald Farmer, einer der wesentlichen Köpfe hinter Microsoft's heutigem Business Intelligence Angebot geht zu QlikTech.

Als Grund nennt er in seinem Blog, dass er lieber in einer kleineren Organisation arbeiten möchte. Donald Farmer war zuletzt in einigen Bereichen des SQL Servers, für das Data Mining Angebot und die Entwicklung von PowerPivot (der Antwort von Microsoft auf QlikTech) verantwortlich und hat damit die Microsoft BI Platform stark mitgeprägt. Neben der Produktdefinition war er aber auch in der Lage Strategie, Technologie und Nutzen klar zu erklären und hat sich so als Ansprechpartner weltweit eine hohe Reputation erworben. Sicherlich ein herber Verlust für Microsoft und eine gute Verstärkung für QlikTech.

Zum Jahreswechsel gibt es noch weitere Veränderungen im Microsoft Management, sehen wir mal ob sich die Produktstrategie und -entwicklung verändert.


Posted 14.01.11 0:26
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Die gestern und heute stattfindende BARC-Tagung BI war mit ca. 200 Teilnehmer wieder erfreulich gut besucht. Das Ziel der Veranstaltung einen einmaligen Überblick des Werkzeugmarktes für Business Intelligence zu liefern wurde mit einem schönen Marktquerschnitt von 16 führenden Anbietern sehr gut erreicht.

Die Mischung der Anbieter zeigte die wesentlichen Marktsegmente: Die fünf großen IT-Generalisten mit BI-Produktportfolio IBM, Infor, Microsoft, Oracle, SAP, fünf global präsente BI-Spezialisten Information Builders, JasperSoft, MicroStrategy, Qliktech und SAS sowie die lokalen Spezialisten Arcplan, Bissantz, Board, Cubeware, LucaNet und PST zeigten ihre Lösungen.
Dabei wurden zahlreiche Neuigkeiten gezeigt:


  • Erstmals in Deutschland auf einer öffentlichen Veranstaltung präsentierten IBM und SAP ihre jeweils gerade fertiggestellten großen neuen Versionen Cognos 10 und BusinessObjects 4.0.

  • Jaspersoft gab einen ersten Einblick in das „Ruby“ Release der Commercial Open Source Software,

  • MicroStrategy die neuen Mobilen BI-Fähigkeiten,

  • Arcplan zeigte sein neues Projekt zur Verbindung von Social-Media-Daten mit betriebswirtschaftlichen Kennzahlen,

  • Oracle das erst im Sommer veröffentlichte Business Intelligence 11g Edition.

Auch viele weitere Anbieter auf der Tagung konnten zeigen, wie sie mit Innovationen in ihren Produkten weiterhin ihre differenzierenden Wettbewerbsvorteile gegenüber dem immer größer werdenden Wettbewerb behaupten können.

Als Neuigkeit können nicht nur Teilnehmer der Tagung die Präsentationen der Lösungen noch einmal in einer Web-Plattform mit aufgezeichneten und strukturierten Software-Demonstrationen anschauen.

Im Februar 2011 (22./23.2.) geht die BARC Tagungsreihe weiter mit einem Blick auf Planungs- und Controllinglösungen für mittelständische Unternehmen oder abgegrenzte Projekte in Großunternehmen.


Posted 17.11.10 7:39
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von Christian Fuchs und Carsten Bange
Ende Juni 2010 gab der amerikanische Business-Software-Anbieter Infor bekannt, seine wichtigsten Geschäftsanwendungen inkl. der Business-Intelligence-Lösungen (u.a. einige ehemalige MIS-Produkte) zukünftig an komplementären Microsoft-Produkten auszurichten.
Insbesondere bezieht sich diese Produktstrategie auf den Microsoft SQL Server als zukünftig bevorzugte relationale Infor-Datenbank und Microsoft SQL Server Reporting Services als (Standard-)Reportingkomponente für Infor-Business-Applikationen. Infor plant darüber hinaus, Microsoft SharePoint 2010 als bevorzugtes Portal zu nutzen.
Verbunden mit den Nachrichten über den Wechsel des Produktmanagers und des größten Teils der Entwicklungsmannschaft von Infor PM OLAP (ex MIS Alea) zum Start-Up Jedox Ende vergangenen Jahres stellt sich die Frage, wie es mit den Infor-BI-Produkten weitergeht.

Wir konnten kürzlich mehr zur Infor-Strategie vom neuen, global verantwortlichen General Manager für BI- und Performance Management-Lösungen – Julian Johnson, der im Juni von der SAP zu Infor gestoßen ist – und dem Produktmanagement-Verantwortlichen James Maniscalco erfahren. Der Managementwechsel repräsentiert die erste wesentliche Änderung bei Infor: eine neue Organisationsstruktur mit neuen Verantwortlichen für BI. Während Infor PM (Performance Management) früher Teil der geografischen, ERP-orientierten Organisationsstruktur war, ist PM seit Juni eine eigenständige Division im Infor-Konzern mit entsprechend gewachsener Bedeutung, dediziertem Vertrieb etc.
Neben den organisatorischen Änderungen erfolgte auch eine Neuausrichtung der Entwicklung. Zukünftig werden Infor-PM-Applikationen an den drei Standorten Ann Arbor (Michigan), Darmstadt und Prag von insgesamt 120 Mitarbeitern entwickelt. Dies bedeutet faktisch wieder eine Stärkung des alten MIS-Entwicklungsstandortes Darmstadt, was aus deutscher Perspektive natürlich begrüßenswert ist. Weiterhin ist nun auch erklärtes Ziel, eine gemeinsame Code-Basis für Infor-PM-Applikationen zu entwickeln. Bisher wurden die Produkte an ihren jeweiligen Entwicklungsstandorten getrennt voneinander entwickelt. Ziel ist es, die Produkte und Applikationen auf eine gemeinsame Code-Basis zu stellen. Im Rahmen der strategischen Ausrichtung auf Microsoft erfolgt dabei z. B. die GUI-Entwicklung in Silverlight.

Die neue Organisation geht auch mit einer neuen Produktstrategie einher: Die Microsoft-Orientierung führt zur Nutzung von SQL Server für relationale Speicherung, SQL Server Reporting Services für operatives Reporting (insb. für alle ERP-Applikationen von Infor) und Sharepoint Server für Kollaboration und Berichtsverteilung. Die drei Infor-PM-Produkte sind strategisch und werden wie oben beschrieben weiterentwickelt: Infor PM OLAP (ex MIS ALEA), Application Studio (ex MIS OnVision) und Query & Analysis (ex Vision). Bei diesen drei Produkten sieht Infor den Mehrwert der Eigenentwicklung hoch genug, um sich hier nicht von Microsoft abhängig zu machen. Die dritte Ebene neben Microsoft-Plattform-Komponenten und eigenen Produkten stellen eine Reihe von analytischen Applikationen dar, die auf dieser Basis neu entwickelt werden sollen. Geplant sind hier momentan Planung, Budgetierung, Forecasting, Konsolidierung und Strategiemanagement.

Fazit
Aus unserer Markteinschätzung basierend auf Wahrnehmung und dem Kundenfeedback in den BI Surveys war Infor in den vergangen Jahren vor allem im Markt für Neukunden wenig präsent und erfolgreich. Weder Entwicklungs- und Vertriebsorganisation, noch die Produktstrategie waren hier sonderlich überzeugend. Umsätze im Bereich PM wurden daher vor allem durch Migration von Bestandskunden auf neue Releasestände und Cross-Selling mit den eigenen ERP-Produkten erzielt. Dies soll sich nun ändern.

Die neue strategische Ausrichtung ist aus unserer Sicht zunächst einmal erfolgversprechend, da sie organisatorische wie technische Aspekte neu aufstellt. Die Produktstrategie zeigt eine Fokussierung auf wenige Produkte und Applikationen, was eine gute Voraussetzung schafft, die in den letzten Jahren verlorene Zeit wieder hereinzuholen. Bis die geschilderten Vorhaben umgesetzt sind und zu sichtbaren Ergebnissen führen, wird sicher einige Zeit vergehen. Infor bleibt mit seiner Größe und seinen Ressourcen aber ein ernstzunehmender Spieler im Softwaremarkt. Wenn die angekündigten Pläne umgesetzt werden und die Strategie greift, dann kann dies nicht nur für den ERP-, sondern verstärkt auch für den BI-Bereich gelten.


Posted 14.09.10 7:05
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"Predictive Analytics" und verwandte oder synonyme Themen wie Data Mining, Datenmustererkennung, Business Analytics, statistische Vorhersage etc. erfreuen sich wachsender Aufmerksamkeit. Letztlich geht es um die Frage, wie mit fortgeschrittener Analysetechnologie ein Mehrwert aus den vorhandenen (und häufig teuer aufgebauten) Datenbeständen, z.B. in Data Warehouses, gezogen werden kann.
Hier eine kurze Marktübersicht und Umsatzschätzung:

Um die Marktbedeutung in Zahlen zu fassen und auch zukünftig eine Entwicklung darstellen zu können, haben wir bei BARC einmal geschätzt, welcher Anteil des Gesamtumsatzes für Business-Intelligence-Software in Deutschland (s. BARC Marktzahlen BI 2009) auf Lösungen für Predictive Analytics fällt. Das Ergebnis: Wir schätzen, dass eine Größenordnung von sieben bis zehn Prozent (ca. 60-80 Mio. Euro) des Gesamtmarktes für BI in Deutschland auf Werkzeuge und Anwendungen für Predictive Analytics und Data Mining fällt.
Klarer Marktführer ist dabei SAS mit einem breiten Portfolio von Werkzeugen und Anwendungen im Bereich fortgeschrittene Analyse. Gefolgt wird SAS von IBM, die sich mit dem Zukauf der Nummer 2 im Markt - SPSS - verstärkt haben. Neben diesen beiden großen im Markt gibt es noch einige BI-Anbieter wie Microstrategy oder Bissantz, die entsprechende Verfahren mit in ihren Lösungen anbieten und eine Vielzahl an kleinen Spezialisten wie Angoss, InforSense, KXEN, prudsys oder Viscovery. Wachsendes Interesse können sicher auch Open Source Lösungen wie Rapidminer von Rapid-I, KNIME oder Weka verzeichnen (s. BARC-Studie Open Source BI). Letztlich tümmeln sich noch die Datenbankanbieter mit eingebetteten Data-Mining-Funktionen im Markt, allen voran Oracle und Microsoft.


Posted 14.07.10 2:27
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Der BI-Gesamtmarkt wächst im Jahr 2009 insgesamt 8 Prozent auf ein Gesamtvolumen von 816 Millionen Euro an Lizenz- und Wartungserlösen für BI-Software in Deutschland –
doch es gibt nicht nur Gewinner.

Einige Kernergebnisse:
Der Markt wächst im Jahr 2009 insgesamt 8 Prozent auf ein Gesamtvolumen von 816 Millionen Euro an Lizenz- und Wartungserlösen für BI-Software in Deutschland.

Das stärkste Wachstum bei den größeren Anbietern (Top 2 Quartile der Top 50 Anbieter, Umsatz >3,4 Mio. Euro) verzeichnet IBM, die sowohl organisch in beiden Marktsegmenten als auch durch Zukauf von SPSS gewachsen sind. Die BI-Spezialisten Informatica, Evidanza, Qliktech und Information Builders folgen mit Wachstumsraten von mehr als 20 Prozent. Auch in der unteren Hälfte der Top50 gibt es stark wachsende Herausforderer wie Exasol, Sybase, Tagetik, Board oder LucaNet.

Die Entwicklung der Anbieter wird insgesamt differenzierter: 2009 konnten 24 der 52 Anbieter im Segment >1 Millionen Euro Umsatz nicht wachsen. Einzelne Anbieter mussten dabei Umsatzrückgänge bis zu 35 Prozent hinnehmen.

Der Umsatz mit BI-Anwenderwerkzeugen (Frontends) und -Applikationen steigt um 6 Prozent auf 474 Millionen Euro; der Backend/Datenmanagement-Bereich wächst um 10 Prozent auf 342 Millionen Euro.

Trotz Übernahmen nimmt die Anzahl der Anbieter weiter zu. Insgesamt bieten mehr als 150 Unternehmen Software für Business-Intelligence-Aufgaben in Deutschland an. Inzwischen erzielen 52 Anbieter einen Umsatz von 1 Millionen Euro oder mehr (Vorjahr: 49 Mio. Euro). Neu im „Club der Millionäre“ 2009: Exasol, HP, Jedox und Tagetik.

Die Konzentration nimmt weiter zu: Der Marktanteil der „großen Fünf“ Anbieter (Oracle, SAP, IBM, SAS, Microsoft) steigt auf 61 Prozent (Vorjahr: 57%), der Anteil der Top10 von 64% auf 70%. Die Konzentration auf wenige Großanbieter ist dabei im Backend-Bereich deutlich ausgeprägter als bei BI-Anwenderwerkzeugen.

Die Aussicht für den Business-Intelligence-Markt 2010 ist positiv. BARC erwartet 10-15 Prozent Marktwachstum für 2010. Wir schätzen, dass im Jahr 2012 mehr als 1 Milliarde Euro Umsatz mit BI-Software in Deutschland erzielt werden wird.

Die Top 10 Tabellen und weitere Informationen sind kostenfrei in einer Research Note bei BARC verfügbar.

Weiterhin bieten wir neben den kostenfrei veröffentlichten Top10-Rankings umfangreiche Services für BI Marktzahlen an, z.B. die Gesamtliste der 52 BI-Softwareanbieter mit >1 Mio. Euro Lizenz- und Wartungsumsatz, spezifische Marktzahlen inklusive Wachstumsszenario/ 5-Jahres-Prognosezeitfenster zum deutschen, europäischen und globalen BI-Software und Services Markt oder IT-Ausgaben für Business Intelligence in Subbranchen sowie Unternehmensgrößenklassen.


Posted 9.07.10 7:00
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pmOne hat mit dem Produkt OneMind eine clevere Idee umgesetzt: Die Einbeziehung von Endanwendern in der Modellierung von Data Warehouses oder Data Marts durch den Einsatz von Mindmaps und dem schnellen Prototyping von Reports. Das Werkzeug ist für Microsoft SQL Server in Verbindung mit Analysis Services verfügbar.

Ein häufiges Problem in der Modellierung von Data Warehouses oder Data Marts ist die Einbeziehung der Fachanwender. Die Herausforderung liegt in der Übersetzung der fachlichen Inhalte in ein IT-taugliches Datenmodell. ER-Diagramme oder auch spezielle, für dimensionale Modelle entwickelte Notationen wie ADAPT weisen durchaus Grenzen in der direkten Verständlichkeit auf.
PMOne setzt in seinem Modellierungs- und Data-Warehouse-Generierungswerkzeug OneMind die Idee um, Modelle nicht nur in MindManager oder Freemind anzuzeigen, sondern diese Werkzeuge auch direkt für die Modellierung zu nutzen. Die erstellten Modelle werden dann in das Modellierungswerkzeug importiert und dort weiterverarbeitet. Auch umgekehrt können Modelle mit Testdaten in Mind-Maps oder Excel mit Pivot-Navigationsmöglichkeiten sofort gezeigt werden. Zusätzlich sind auch Berichtsprototypen implementiert, die dem Anwender schon einmal einen ersten Blick auf ein Ergebnis in Berichtsform geben können. Die enthaltenen Berichtstemplates und erstellten Prototyp-Berichte basieren auf Microsoft SQL Server Reporting Services und können weiter verwendet werden. Damit ergibt sich eine Erleichterung und Beschleunigung für die projektseitige Umsetzung der Berichte.
Die Modellierung konzentriert sich auf dimensionale Modelle und basiert auf der Kimball-Modellierungsmethode. Die logischen Modelle werden in Star Schemen in Microsoft SQL Server Analysis Services Cubes umgesetzt. Die Verbindung zu Daten in Staging-, ODS- oder 3. Normalform Data-Warehouse-Layern muss dann individuell hergestellt werden. Reverse Engineering von Datenmodellen in Datenbanken ist ebenfalls umgesetzt. Das Werkzeug funktioniert ausschließlich mit dem Microsoft SQL Server. Microsoft als eher technisch orientiertes Werkzeug kann durch diese Ergänzung um eine fachlich Kommunikationsmöglichkeit und schnelle Prototyperzeugung erweitert werden. Ein Ausbau zu einem kompletten ETL-Framework für SQL Server ist geplant.

Weiterführende Links
OneMind Homepage
Einen ähnlichen Ansatz, etwas umfassender und nicht ganz so Fachanwenderorientiert verfolgt User Driven Warehouse von Ascention


PMOne OneMind.jpg


Posted 12.05.10 0:48
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SAP und Microsoft kündigen an, Ihre Partnerschaft bezüglich SAP BO Planning and Consolidation zu vertiefen. Konkret bietet Microsoft damit seinen Kunden aktiv an, das SAP-Planungs- und Konsolidierungswerkzeug als Ergänzung zu den Microsoft BI-Tools zu nutzen. Eine Interessante Form der "Coopetition", konkurrieren beide Anbieter doch immer stärker im BI-Bereich.

SAP BusinessObjects Planning and Consolidation stammt aus der Outlooksoft-Übernahme durch SAP im Jahr der großen Übernahmen 2007.
Outlooksoft war im Nordamerikanischen Markt erfolgreich gegen den dortigen Marktführer für Planungs- und Konsolidierungslösungen Hyperion angetreten, was diese Übernahme als die SAP-Antwort auf Oracle's vorherige Übernahme von Hyperion erscheinen ließ. Insbesondere, da Oracle verkündete, dass Hyperion von den drei großen BI-Anbietern auf dem Markt als Akquisitionsziel ausgewählt wurde, da sie die meisten SAP-Kunden im Bestand hätten und Oracle hierdurch noch besseren Zugang zu SAP-Kunden bekommen könne.
Technologisch ist die Partnerschaft zwischen Microsoft und SAP sinnvoll, denn ein Blick auf Architektur und Komponenten des Werkzeuges zeigt eine so tiefe Microsoft-Integration, dass man durchaus annehmen kann, dass in dem Businessplan von Outlooksoft eine Übernahme durch Microsoft als die angestrebte Exit-Option für die Investoren aufgeführt war. Nachdem Microsoft 2007 jedoch nicht Outlooksoft sondern den Analyseanbieter ProClarity übernommen hatte und den PerformancePoint Server als Planungswerkzeug selbst auf den Markt brachte, mußten sich die Outlooksoft Investoren zügig nach einem anderen Käufer umschauen, den sie in der SAP dann auch fanden.

Die tiefe Microsoft Integration von SAP BO Planning and Consolidatoin zeigt sich auf allen Ebenen der Architektur: Datenintegration und Speicherung erfolgt im Microsoft SQL Server, Frontend ist Excel und sogar die Planungslogik ist in Stored Procedures im SQL Server abgelegt. Letzteres wird auch der Grund dafür sein, warum sich SAP in den 2,5 Jahren seit der Übernahme so schwer damit tut, eine NetWeaver BW basierende Version des Werkzeuges auf den Mark zu bringen - letztlich mußten große Teile in ABAP neu entwickelt werden, da genau die tiefe Microsoft Integration für eine Portierbarkeit auf andere Plattformen eher hinderlich ist.

Neben der tiefen technischen Integration mit Microsoft-Technologie hatte Microsoft die offensichtliche Herausforderung, seine Lücke im BI-Portfolio im Bereich der Planung nach der Aufgabe des PerformancePoint Servers in diesem Jahr zu schließen. Da der Markt für Planungswerkzeuge in jedem Land von lokalen Anbietern dominiert wird, fällt hier jedoch eine globale Strategie für Partnerschaften schwer. Letztlich werden nur Oracle Hyperion Planning, IBM Cognos TM1 und SAP BO P&C tatsächlich global angeboten.
Sowohl Marktlogik als auch die Technologie wird Microsoft also zu diesem Schritt bewegt haben, auch wenn tatsächlich ein immer stärkerer Wettbewerb zwischen den beiden Anbietern um Business-Intelligence-Projekte stattfindet. SAP BusinessObjects demonstriert eine hohe Aufgeschlossenheit dem Wettbewerb gegenüber und zeigt, dass die technologisch hohe Offenheit von BusinessObjects für andere Plattformen neben SAP NetWeaver beibehalten werden soll. Und letztlich wird natürlich auch eine höhere Absatzzahl des Produktes durch die Partnerschaft willkommen sein.


Posted 24.11.09 1:45
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Der Rückzug von Microsoft aus dem Planungsmarkt durch den Stopp der Weiterentwicklung der PerformancePoint Planungsfunktionen hat viele irritierte Kunden und Partner hinterlassen.
Microsoft hat nun in einer kurzen Notiz auf der Partnerseite angekündigt, den Source Code von PerformancePoint Planung mit dem letzten Release in diesem Sommer frei verfügbar zu machen. Damit können Kunden und Partner eigene Lösungen auf Basis des Planungsproduktes entwickeln. Wichtige Einschränkung: Aus dem Source Code abgeleitete Anwendungen können nur von Kunden eingesetzt werden, die eine Sharepoint Server Enterprise Lizenz haben. Ganz Open Source ist es also nicht, sondern eine individuelle Lizenzvereinbarung mit Microsoft.
Aus meiner Sicht reicht Microsoft hier seinen Kunden und Partner die Hand, um den Schaden durch die überraschende Abkündigung von PerformancePoint Planung nach nur 2 Jahren auf dem Markt etwas zu begrenzen. Gerade diejenigen, die massiv in dieses Produkt investiert haben, könnten nun eigene Entwicklungen mit dem Originalprodukt verbinden und so neue Lösungen auf den Markt bringen.

Weitere Kommentare in Erik Melchers BI Blog


Posted 20.06.09 3:23
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