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Carsten Bange

Willkommen bei meinem Blog im BeyeNETWORK. Dies ist kein Social Blog, also werde ich Ihnen beispielsweise nicht schreiben, wie ich das Essen auf der letzten BI-Konferenz fand. Vielmehr möchte ich den Web Log zur Konservierung von Eindrücken und Neuigkeiten zu Business Intelligence Lösungen und Anbietern nutzen, explizit auch zu Lösungen, die nicht alle ausführlich getestet und in die BARC Studien aufgenommen werden können. Feedback ist immer willkommen! Schreiben Sie mir unter carsten.bange@barc.de

Über den Autor >

Dr. Carsten Bange ist geschäftsführender Gesellschafter des Business Application Research Centers (BARC). Er ist seit mehr als 10 Jahren für nationale und internationale Unternehmen verschiedenster Branchen und Größen im Rahmen der Strategie- und Architekturberatung, Werkzeugauswahl und Qualitätssicherung in Business-Intelligence- und Datenmanagement-Projekten tätig. Als neutraler Beobachter des Softwaremarktes ist er ein häufiger Redner bei Tagungen und Seminaren sowie Autor zahlreicher Fachpublikationen und Marktstudien.

Recently in Analytische Applikationen Category

Nach der Akquisition von Unica durch Siebel positioniert sich auch Teradata im Markt für Marketing Automation Software.

Kein Jahresende ohne Aufkäufe: Teradata gibt kurz vor Weihnachten die Akquisition von Aprimo für 525 Mio. US$ zzgl. 25 Mio. US$ Schuldenübernahme bekannt.
Damit sind die großen Datenmanagementanbieter Oracle-Siebel, IBM-Unica, Teradata-Aprimo sowie SAS mit dedizierten Lösungen zur Automation von Marketing-Prozessen klar gegeneinander positioniert.
Fragt sich nur, wie es mit der Partnerschaft zwischen Teradata und SAS bestellt ist, denn eigentlich müßten doch solche Applikationen genau in das Partnerschaftsmodell passen: Analytische Applikation und Methoden von SAS arbeiten mit Daten im Customer Data Warehouse auf Teradata. Jetzt macht Teradata in diesem Segment dem Partner Konkurrenz.

Weitere Hintergründe in "The Register".


Posted 7.01.11 4:56
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BMW gewann den BI Best Practice Award für sein Qualitäts-Cockpit und bei Daimler geht das neue Data Warehouse gestützte Qualitätsmanagement-System in diesem Jahr in eine wesentliche Ausbauphase.
Neben diesen zwei Projekten konnte ich noch einen Eindruck eines Ergebnisses der Zusammenarbeit zwischen Teradata und SAS in Form der thematisch passenden analytischen Applikation „SAS Warranty Analysis for Teradata“ bekommen.

Qualitätsmanagement hat (nicht nur) für produzierende Unternehmen höchste Relevanz. Man muss sich alleine Toyota‘s Qualitätsprobleme mit ihren tragischen Auswirkungen und einer Zahl von inzwischen mehr als 8,5 Millionen zurückgerufenen Fahrzeugen vor Augen führen. Ein weiterer Treiber für die Bedeutung des Themas Qualität in der Automobilbranche sind die immer längeren Garantieversprechen der Hersteller.
Vor diesem Hintergrund habe ich mir in den letzten Wochen zwei interessante Projekte aus dem Qualitätsmanagement bei Automobilherstellern und eine passende Analytische Applikation sehen können.

BMW wurde von der Jury des BI Best Practice Awards auf der CeBIT mit seinem Qualitäts-Cockpit ausgezeichnet, das vor allem die Transparenz über Qualitätskennziffern über das Unternehmen hinweg erhöht (s. Kurzvorstellung des Projektes).

Auf dem Teradata Enterprise Intelligence Summit in Berlin diese Woche berichtete Winfried Günther, Leiter AfterSales Qualitätsanalysen bei Daimler vom Projekt Aqua. Das Projekt wurde 2007 gestartet und erfährt in diesem Jahr mit Release 2.0 eine Erweiterung der heute 500 Anwender um weitere 1000 Anwender.
Qualitätsmanagement basiert neben der Qualität (insb. Aussagekraft) der verfügbaren Daten auch auf ihrer Menge. Bei Daimler sind seit Projektstart bereits 3,5 TB Diagnose- Gewährleistungs- und Fahrzeugproduktionsdaten im Q-Data Warehouse gesammelt worden. Die Integration neuer Daten erfolgt täglich; das Data Warehouse wächst um 100 GB Nutzdaten monatlich/1,2 TB jährlich. Um dieses rasante Wachstum einzubremsen wird momentan auch ein neues Datenspeicherkonzept implementiert.

Die bei Daimler genutzte Werkzeugkombination Informatica – Teradata – MicroStrategy ist nicht ungewöhnlich bei großen Datenmengen und Anwenderzahlen. Teradata überzeugte laut Daimler durch Performance und Skalierbarkeit, MicroStrategy durch seine einheitlich und durchgängige Oberfläche und analytische Funktionalität.
Auch wenn das Projekt momentan noch läuft, wurden als wesentliche Nutzenaspekte Konsistenz (single point of truth), Einheitlichkeit (ein Werkzeug für die Auswertung) und Flexibilität durch die Kombination von BI Tool und Office-Integration erreicht.

Auf der Konferenz stellten Teradata und SAS passend dazu ihre Analytische Applikation „SAS Warranty Analysis for Teradata“ vor. Auf Basis eines Datenmodells, Datenintegrationsmöglichkeiten und Datenanalysemöglichkeiten von SAS sowie einer analytischen Engine für Early Warning und der Datenbank von Teradata wird die Ausfallwahrscheinlichkeit von Komponenten in verschiedenen Szenarien vorhergesagt und den Analysten vielfältige Auswertungsmöglichkeiten angeboten. Technisch zeigt sich die Kooperation von SAS und Teradata in der Ausführung der Modellberechnungen innerhalb der Teradata Datenbank und nicht außerhalb in seinem separaten Statistiksystem. Einziger Wermutstropfen: Die Applikation hat noch keine Referenzkunden in Deutschland und weder SAS noch Teradata sind momentan sehr stark im Manufacturing aufgestellt. Für beide ist dies eher eine Wachstumsbranche, die man evtl. mit solchen Angeboten stärken kann.
Eine interessante Erweiterung bietet die Textanalyse: Nach der Übernahme von Teragram bietet SAS hier auch umfangreiche Möglichkeiten an. So können neben den strukturierten Daten aus den Diagnosesystemen auch unstrukturierte Informationen wie Meldungen, Beschwerdebriefe, Blogs und Internet-Foren hinsichtlich Stimmungsbildern sowie Häufungen von Themen untersucht werden. Sicherlich eine sinnvolle Ergänzung zur Gewinnung eines vollständigen Bildes der Qualität der Produkte und der Qualitätsrezeption der Kunden.


Posted 15.04.10 13:13
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Die SAP verkündet einen stärkeren Fokus auf „Business Analytics“ als Oberbegriff für ein Angebot an analytischen Applikationen, die Datenmodelle, Datenbeschaffung und vordefinierte Berichte vereinen. Oracle setzt auf Basis der zahlreichen analytischen Applikationen von Siebel schon lange auf solch ein Angebot und auch IBM will in Zukunft mehr davon anbieten.
Ein gutes Beispiel für bereits existierende analytische Applikationen auf Basis von SAP ERP und BI Technologie ist die Immobilienmanagement-Lösung REM@on von der STRABAG Property and Facility Services GmbH.

REM@on besteht aus einem Kernsystem (REM@on Engine) für das Immobilienmanagement auf Basis von mySAP ERP 6.0. Es übergibt zyklisch Datenextrakte an ein angeschlossenes Business Warehouse, das als Quelle für das Management Berichtswesen im REM@on Management Cockpit dient. Ergebnis ist ein durchgängiger Datenfluss für Ergebnisse und Kennzahlen für den gesamten Nutzungszeitraum der Immobilie. Interessant ist das benchmarkfähige Berichtswesen für das Immobilien Management der Kunden. Auf Basis von hinterlegten Best-Practice-Lösungen können Ansätze zur Effizienz- und Effektivitätssteigerung identifiziert werden.


Posted 27.03.10 9:12
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von Christian Fuchs und Carsten Bange

Die zeitnahe, operative Verarbeitung, Analyse und Überwachung prozessorientierter In-formationen ist ein Teilgebiet der Prozessorientierten BI. Häufig genutzte Technologien sind Business Activity Monitoring (BAM) und Complex Event Processing (CEP). Speziell CEP bietet Unterstützung bei der Echtzeitverarbeitung und -analyse prozessorientierter Informationen (sog. Ereignisströme), um komplexe Zusammenhänge und Abhängigkeiten (Ereignismuster) zwischen auftretenden Prozessereignissen erkennen und vorhersagen zu können. In diesem Zusammenhang haben wir uns den RTM Analyzer der Firma RTM Realtime Monitoring angeschaut, einem CEP-Spezialisten aus Marburg.

Die RTM Realtime Monitoring GmbH ist einer der ersten CEP-Anbieter in Deutschland und geht auf ein von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördertes Projekt an der Philipps-Universität Marburg zurück. Im Rahmen des Projekts wurden bereits 2003 Technologien und Grundlagen zur effizienten Datenstromverarbeitung erforscht, welche in die Entwicklung des RTM Analyzer eingeflossen sind. Das Unternehmen wurde 2007 gegründet und ist eigentümergeführt.

RTM Analyzer ist eine Art Java-Baukasten für Echtzeitanalyselösungen, bestehend aus verschiedenen Standardbausteinen für CEP-Anwendungen (z. B. SQL-Interface, Pattern Matcher, Live-Dashboards), die anforderungsgetrieben konfiguriert und miteinander ge-koppelt werden. Über ein flexibles Adapter-Framework zur Anbindung verschiedener Da-tenquellen können Prozessdaten in Echtzeit in den RTM Analyzer integriert werden. Die der Datenanalyse zugrunde liegende Verarbeitungslogik (wie etwa zeitliche und inhaltliche Filterung, Korrelation, Gruppierung und Aggregation von Daten) kann mittels kontinuierlich ablaufender SQL-Anfragen ähnlich zum bekannten JDBC-Framework abgesetzt werden. Im Gegensatz zu klassischen Datenbankanfragen berücksichtigen die kontinuierlichen Anfragen die Spezifikation und Auswertung zeitlicher Zusammenhänge, wie zum Beispiel gleitende Zeitfenster oder die Erkennung von Ereignisfolgen (Pattern Matching). Für den Fall, dass sich die Verarbeitungslogik im Vorfeld nicht exakt spezifizieren lässt, besteht zusätzlich die Möglichkeit, verschiedene Data-Mining- (sog. Stream-Mining-) Verfahren zur Erkennung von Trends, Mustern und Ausreißern anzuwenden. Analyseergebnisse zur operativen Prozesssteuerung werden live in Management Cockpits visualisiert, in Datenbanken abgelegt oder an externe Applikationen weitergeleitet. Alternativ können auch Prozesse automatisiert angestoßen werden, bspw. über die Integration in eine BPM-Suite.

Technisch zentrale Komponente der Lösung ist die in Java abgebildete CEP-Engine, welche Algorithmen zur Echtzeitdatenverarbeitung vorhält und die vorab spezifizierte Verarbeitungslogik ausführt. Die Analyse einströmender Datenobjekte (bspw. Messwerte, Datensätze etc.) erfolgt direkt auf den Datenströmen mittels spezieller Online-Algorithmen, die ihre Ergebnisse und ihren internen Status inkrementell berechnen. Eine explizite Zwischenspeicherung in einer Datenbank ist für die Verarbeitung nicht notwendig. RTM Analyzer kann so mehrere hunderttausend Events pro Sekunde verarbeiten. Neben Echtzeitdaten kann in Datenbanken gespeichertes historisches Wissen in die Datenanalyse mit einbezogen werden.

RTM Analyzer ist letztlich eine flexible Java-Softwarebibliothek für CEP, die einfach in bestehende IT-Landschaften und Softwarelösungen integriert werden kann, um plattform- und systemübergreifend Live-Auswertungen der Prozessperformance vorzunehmen. Die Lizenzierung der Lösung erfolgt anhand benötigter Bausteine, welche projektabhängig und kundenspezifisch kombiniert werden. Ein schrittweiser Ausbau initialer Lösungen ist somit möglich.

CEP ist heute häufig nur unter Experten ein Begriff. Nichtsdestotrotz bietet die Technolo-gie großes Potenzial für die Zukunft. RTM Analyzer ist eine interessante und innovative Lösung zur Echtzeitdatenanalyse und operativen Überwachung von Prozessen, welche in verschiedenen Bereichen, in denen kurzfristige Informationen zur Prozesssteuerung benötigt werden, einen großen Mehrwert liefern kann (bspw. Produktion, Finanzsektor, Telekommunikation etc.). RTM Analyzer kann so eine interessante Speziallösung sowohl für Endkunden als auch für Softwarepartner im Bereich Prozessorientierte BI sein, welche auf der Suche nach einer flexiblen, leistungsfähigen CEP-Engine für ihre Softwarelösung sind.


Posted 21.01.10 11:56
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Was verändert und treibt die Business Intelligence in den kommenden Jahren? Sicherlich haben viele aktuelle und kommende Entwicklungen einen Einfluß, aber Prozessorientierte BI ist aus meiner Überzeugung ein wesentlicher Treiber.

Was ist Prozessorientierte BI?
Prozessorientierte BI macht Prozesse einerseits zum Gegenstand der BI. Hier stehen Monitoring und Analyse von Qualität, Zeit und Kosten von Prozessen im Vordergrund. Weiterhin wird BI aber auch in Prozesse integriert, in einer einfachen Form durch Information und Analysemöglichkeit für Mitarbeiter in operativen Prozessen, in fortgeschrittener Art auch als automatisierte Entscheidungen, so wie wir sie heute schon von Entscheidungsmodellen kennen, die durch Data Mining erzeugt und z.B. in Scoring Engines integeriert werden.

Warum wird die Prozessorientierung in die BI Einzug halten?
2 wesentliche Phänomene können wir heute schon beobachten:
1. Unternehmen organisieren sich um in Richtung Prozessorientierung. Zuständigkeiten und Abteilungen werden neu geschnitten, die Ausrichtung an Geschäftsprozessen ist ein Megatrend. Dies hat auch einen Einfluß auf die dispositiven Systeme, die letztlich die Leistungsmessung der Organisation unterstützen. Sie müssen entsprechend prozessorientiert aufgebaut werden.
2. Anwender wollen immer schneller immer detailliertere Daten über das Unternehmensgeschehen. Dieser Trend manifestiert sich beispielsweise an den Ladezyklen von Data Warehouses, die inzwischen schon sehr häufig mehrfach untertägig geladen werden und inzwischen auch Systeme implementiert sind, die im Minutentakt oder noch schneller befüllt werden. Dies hat technische (Datenintegration) und fachliche Auswirkungen (Entscheidungen sollten so schnell fallen können, wie neue Daten verfügbar gemacht werden).
Neben der Vergangenheitsbetrachtung von Prozessergebnissen in der traditionellen Business Intelligence und der Zukunftsbetrachtung in der Planung ergänzt so der dritte Zeithorizont der Gegenwart die Business Intelligence Anwendungen.
Es handelt sich aus meiner Sicht um eine natürliche Evolution der Business Intelligence, die uns die kommenden 10 Jahre begleiten wird und die aktuellen Methoden und Systeme sinnvoll und wertsteigernd ergänzen wird.

Weiterführende Links:
Für Kunden der BARC BI-Studie sind zwei ausführliche Research Notes verfügbar.

MIt der angestrebten Übernahme der IDS Scheer durch die Software AG entsteht ein breites und interessantes Angebot für Prozessorientierte BI (Artikel hierzu).


Posted 16.09.09 14:06
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Nach dem Motto: Besser ungefähr richtig als genau falsch haben meine Kollegen bei BARC und ich uns der Aufgabe gestellt, die Umsätze der BI-Anbieter in Deutschland 2008 zu erheben.
Zur Beschreibung des Softwaremarktes haben wir die Softwareumsätze aus Lizenzverkauf und Wartungseinnahmen für Business-Intelligence-Produkte aller uns bekannter 123 BI-Anbieter in Deutschland erhoben bzw. geschätzt. Dies geschah in den Segmenten „Anwenderwerkzeuge“ (Berichts-, Analyse-, Data-Mining-, Planungs-, Konsolidierungs- und OLAP-Lösungen inklusive multidimensionaler Datenbanken) sowie „Datenmanagement“ (Lösungen für Datenintegration, Datenqualitätsmanagement und Datenspeicherung in Business-Intelligence-Systemen).

Einige interessante Ergebnisse:

  • BI-Markt wächst 2008 um gesunde 6,2 Prozent, trotz Rezession im 2. Halbjahr 08.
  • Unternehmen gaben in Deutschland über 750 Millionen Euro für Software zur Unternehmenssteuerung aus.
  • Die vier marktführenden Anbieter SAP, Oracle, SAS und IBM erwirtschafteten zusammen wie schon 2007 circa die Hälfte des Gesamtumsatzes aller Anbieter (49,7%), konnten Ihren Gesamtanteil allerdings nicht steigern.
  • Die guten Zeiten, in denen jeder Anbieter quasi ungebremst wachsen konnte sind vorbei. Einigen macht die gesamtwirtschaftliche Lage stärker zu schaffen als anderen, und auch innerhalb der Portfolios der Großanbieter gibt es sehr unterschiedliche Entwicklungen.
  • Die Anbieter mit den höchsten Umsatzzuwächsen 2008 sind QlikTech, Evidanza und Jedox. QlikTech gelang mit rund 47 Prozent Umsatzwachstum der Sprung in die TOP 10. Evidanza legte rund 80 Prozent an Umsatz zu und steht auf Platz 31 der Umsatzliste, Jedox mit rund 57 Prozent Wachstum auf Platz 48.
Top20-BI-Anbieter-Deutschla.gif Links

Weitere Informationen zu Ergebnissen und Methodik gibt es in der Pressenotiz.
Die Ergebnisstudie gibt es kostenlos hier.


Posted 8.07.09 13:30
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Der Rückzug von Microsoft aus dem Planungsmarkt durch den Stopp der Weiterentwicklung der PerformancePoint Planungsfunktionen hat viele irritierte Kunden und Partner hinterlassen.
Microsoft hat nun in einer kurzen Notiz auf der Partnerseite angekündigt, den Source Code von PerformancePoint Planung mit dem letzten Release in diesem Sommer frei verfügbar zu machen. Damit können Kunden und Partner eigene Lösungen auf Basis des Planungsproduktes entwickeln. Wichtige Einschränkung: Aus dem Source Code abgeleitete Anwendungen können nur von Kunden eingesetzt werden, die eine Sharepoint Server Enterprise Lizenz haben. Ganz Open Source ist es also nicht, sondern eine individuelle Lizenzvereinbarung mit Microsoft.
Aus meiner Sicht reicht Microsoft hier seinen Kunden und Partner die Hand, um den Schaden durch die überraschende Abkündigung von PerformancePoint Planung nach nur 2 Jahren auf dem Markt etwas zu begrenzen. Gerade diejenigen, die massiv in dieses Produkt investiert haben, könnten nun eigene Entwicklungen mit dem Originalprodukt verbinden und so neue Lösungen auf den Markt bringen.

Weitere Kommentare in Erik Melchers BI Blog


Posted 20.06.09 3:23
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Arcplan gibt die Übernahme von LumenSoft bekannt, einem kleinenAnbieter einer Excel-orientierten Planungslösung aus St. Paul, Minnesota.

LumenSoft bietet mit Xcel BI+ ein Werkzeug zum Aufbau von Excel-basierten Planungsapplikationen an. Der Anwender nutzt in Excel die Budgetierungs-/Planungsmasken und -funktionen während die Datenspeicherung im Hintergrund in den multidimensionalen Datenbank Oracle Hyperion Essbase, Microsoft Analysis Service oder den relationalen Datenbanken Oracle, Microsoft SQL Server, IBM DB2 oder anderen per ODBC verbindbaren Datenbanken erfolgt.

Arcplan verfolgt damit den beobachtbaren Trend, dass auch kleine und mittelgroße BI-Anbieter eine breitere Abdeckung verschiedener BI-Funktionen anstreben. Das Werkzeug von LumenSoft paßt prinzipiell gut in das Arcplan Portfolio, da es


  • einen entwicklungsorientierten Ansatz verfolgt. Dies ist auch die Positionierung des Hauptwerkzeuges von Enterprise, der BI-Entwicklungsumgebung von Arcplan,

  • Planungslösungen zwar bisher prinzipiell mit Arcplan Enterprise aufgebaut werden konnten, dafür aber recht hoher Aufwand notwendig ist, sobald es über reine Dateneingabe hinaus geht und

  • die letzte Erweiterung des Arcplan Portfolios, Excel Analytics, ebenfalls schon den Excel-Anwender für Reporting und Analyse fokussiert hat und nun ebenfalls in einer Excel-Umgebung auch Planung angeboten wird.

An zwei Stellen ergeben sich jetzt Überlappungen bzw. Erweiterungspotential. Sowohl LumenSoft als auch Arcplan bieten Zugriffsmöglichkeiten auf Datenbanken, wobei Arcplan hier sehr viel umfangreichere Optionen anbietet. Hiervon könnte langfristig auch die Planungsanwendung profitieren. Lumensoft hat andererseits eine eigene Technologie zum Aufbau von Anwendungen in Excel, die mit dem Arcplan Werkzeug Excel Analytics harmonisiert werden muss.

Insgesamt scheint die Marschrichtung von Arcplan damit aber klar zu sein: Raus aus der Position des flexiblen Entwicklungswerkzeuges, mit dem man alles machen kann (aber auch bauen muss) hin zu einem breiteren Portfolio an Werkzeugen für verschiedene Anwendergruppen bzw. BI-Anwendungsklassen. Grundsätzlich eine gute Idee, da auf Kundenseite auch immer stärker eine breitere Abdeckung verschiedener Aufgaben von einem Anbieter verlangt wird - in möglichst integrierten Lösungen/Umgebungen.

Links:

Datenblatt von LumenSoft Xcel BI+


Posted 12.05.09 3:57
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Open Source macht Schule: Winterheller Software, einer der führenden Planungssoftwareanbieter im deutschsprachigen Raum, wird ab Montag, 4.5. die Einzelplatzversion seines etablierten Werkzeuges Professional Planner lizenzkostenfrei zur Verfügung stellen. Diesen Ansatz kennen wir aus dem Open-Source-Bereich.

Es soll keine Beschränkung der Funktionalität geben, sondern eine Vollversion inklusive einer Beispielumgebung als Vorlage für das eigene Planungsmodell zum kostenlosen Download angeboten werden. Das bedeutet, dass Kunden ein durchaus leistungsfähiges Planungswerkzeug mit integrierter Erfolgs-, Finanz- und Bilanzplanung kostenlos nutzen können.
Dies ist ein interessanter Schritt, da wir die Einzelplatzversion des Werkzeuges als "Brot und Butter" Geschäft von Winterheller gesehen haben mit dem seit vielen Jahren gerade kleinere Unternehmen, Steuerberater u.ä. gearbeitet haben. Insofern könnte das Werkzeug für die Anforderungen kleinerer Unternehmen (ca. bis 100-200 MA) bei denen die Planung in der Hand einer Person liegt schon völlig ausreichen.

Offensichtlich wählt Winterheller nun ein ähnliches Marktzugangsmodell wie Open Source Anbieter: Wichtigstes Ziel ist zunächst eine hohe Verbreitung zu erreichen, um dann durch Zusatzangebote wie Consulting und lizenzpflichtigen Softwarelösungen für den umfangreicheren betrieblichen Einsatz Geld zu verdienen.
Im Fall von Winterheller werden neben Beratungsleistungen ergänzend die Mehrplatz-/Server-Version des Professional Planner, ein Analyseprodukt (OEM von Cubeware) und das neue Konsolidierungsprodukt kostenpflichtig angeboten. Bis Ende des Jahres soll auch eine neue Planungslösung für die dezentrale Planung in größeren Umgebungen entwickelt werden (s. mein Blog-Eintrag von gestern).
Insofern ist die Strategie offensichtlich: Niedrige Hürde für den Einstieg und Test des Werkzeuges aus Kundensicht und Bündelung der Vertriebskräfte auf größere Unternehmen aus Herstellersicht. Klingt zunächst schlüssig, da gerade im kleinen Unternehmensbereich zum einen sicherlich sehr viel direkt in Excel gemacht wird und andererseits sehr viele Anbieter mit mehr oder weniger umfangreichen Lösungen im Markt agieren.
Die Kunden wird dieser Schritt freuen, spannend wird sein zu beobachten wie die Konkurrenten von Winterheller, allen voran Erzrivale Corporate Planning, reagieren werden.


Posted 30.04.09 1:15
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Winterheller Software kündigte bereits auf der CeBIT eine neue, eigenentwickelte Konsolidierungslösung an, die in diesen Wochen in die generelle Verfügbarkeit kommen sollte. Damit tritt Winterheller ebenfalls in dieses Marktsegment ein und löst seine bisherige Partnerschaft zu IDL. Für Ende des Jahres ist nun auch ein neues Planungsprodukt angekündigt worden, das integriert mit Konsolidierung (im Sinne einer CPM-Plattform) ein neues Angebot für größere Unternehmen schaffen soll. Damit ergänzt Winterheller sein etabliertes Planungsprodukt Professional Planner um eine zweite Lösung.

Vorangetrieben wird die Entwicklung der neuen Lösungen bei Winterheller wohl auch vom neuen CFO von Winterheller Walter Altmann, pikanterweise ehemaliger CFO von IDL, dem ehemaligen Partner von Winterheller für Konsolidierung. IDL entwickelte entsprechend dann auch eine eigene Planungslösung -> aus Partnern werden Konkurrenten. Auch hier zeigt sich die Markttendenz zu breiteren Produktsuiten aus einer Hand.
Auf der neuen technischen Plattform des Konsolidierungsproduktes soll bis Ende des Jahres 2009 dann auch eine neue Planungslösung marktreif entwickelt werden. Diese soll das bestehende Produkt Professional Planner um eine Lösung für die dezentrale Planung in größeren Unternehmen ergänzen und parallel zum Professional Planner angeboten werden. Funktionale Unterschiede sind in der Unterstützung von Workflows, Freigabeverfahren, Massendatenverarbeitung u.ä. zu erwarten, also Funktionen die momentan fehlen und für einen Einsatz in größeren Szenarien notwendig sind. Die vorhandene Produktlinie Professional Planner soll parallel weiterentwickelt werden und die neue Konsolidierungslösung auch für diesen Kundenkreis als Ergänzung dienen.

Nur mit dem neuen "Enterprise"-Planungsprodukt ergibt sich aber eine integrierte CPM-Suite, die Planung und Konsolidierung auf einer Plattform vereinigt. Dieses Konzept (auch als "Unification" bekannt) bietet Vorteile für Unternehmen, die beide Aspekte auf einer gemeinsamen technischen Werkzeug- und Datenbasis abwickeln können. Den gleichen Weg sind Outlooksoft (SAP BPC), Tagetik und andere gerade neue Anbieter gegangen, was Anbieter mit getrennten Lösungen wie z.B. Oracle Hyperion weiter unter Zugzwang setzen sollte, auch diesen sinnvollen Weg einzuschlagen.
Zusätzlich zur Ankündigung der neuen Konsolidierungs- und Planungslösungen wurde kürzlich auch eine Partnerschaft mit Jedox verkündet, was die Optionen beim Datenerfassen und -analysieren erweitert. Die bestehenden Partnerschaften mit Microsoft und Cubeware für Datenbank, Reporting und Analyse sollen dem Vernehmen nach aber weitergeführt werden.
Hier das Bild der zukünftigen Werkzeuglandschaft:
Winterheller Produktpalette 2009.png


Posted 29.04.09 5:36
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