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Carsten Bange

Willkommen bei meinem Blog im BeyeNETWORK. Dies ist kein Social Blog, also werde ich Ihnen beispielsweise nicht schreiben, wie ich das Essen auf der letzten BI-Konferenz fand. Vielmehr möchte ich den Web Log zur Konservierung von Eindrücken und Neuigkeiten zu Business Intelligence Lösungen und Anbietern nutzen, explizit auch zu Lösungen, die nicht alle ausführlich getestet und in die BARC Studien aufgenommen werden können. Feedback ist immer willkommen! Schreiben Sie mir unter carsten.bange@barc.de

Über den Autor >

Dr. Carsten Bange ist geschäftsführender Gesellschafter des Business Application Research Centers (BARC). Er ist seit mehr als 10 Jahren für nationale und internationale Unternehmen verschiedenster Branchen und Größen im Rahmen der Strategie- und Architekturberatung, Werkzeugauswahl und Qualitätssicherung in Business-Intelligence- und Datenmanagement-Projekten tätig. Als neutraler Beobachter des Softwaremarktes ist er ein häufiger Redner bei Tagungen und Seminaren sowie Autor zahlreicher Fachpublikationen und Marktstudien.

Recently in Business Intelligence Werkzeuge Category

Die gestern und heute stattfindende BARC-Tagung BI war mit ca. 200 Teilnehmer wieder erfreulich gut besucht. Das Ziel der Veranstaltung einen einmaligen Überblick des Werkzeugmarktes für Business Intelligence zu liefern wurde mit einem schönen Marktquerschnitt von 16 führenden Anbietern sehr gut erreicht.

Die Mischung der Anbieter zeigte die wesentlichen Marktsegmente: Die fünf großen IT-Generalisten mit BI-Produktportfolio IBM, Infor, Microsoft, Oracle, SAP, fünf global präsente BI-Spezialisten Information Builders, JasperSoft, MicroStrategy, Qliktech und SAS sowie die lokalen Spezialisten Arcplan, Bissantz, Board, Cubeware, LucaNet und PST zeigten ihre Lösungen.
Dabei wurden zahlreiche Neuigkeiten gezeigt:


  • Erstmals in Deutschland auf einer öffentlichen Veranstaltung präsentierten IBM und SAP ihre jeweils gerade fertiggestellten großen neuen Versionen Cognos 10 und BusinessObjects 4.0.

  • Jaspersoft gab einen ersten Einblick in das „Ruby“ Release der Commercial Open Source Software,

  • MicroStrategy die neuen Mobilen BI-Fähigkeiten,

  • Arcplan zeigte sein neues Projekt zur Verbindung von Social-Media-Daten mit betriebswirtschaftlichen Kennzahlen,

  • Oracle das erst im Sommer veröffentlichte Business Intelligence 11g Edition.

Auch viele weitere Anbieter auf der Tagung konnten zeigen, wie sie mit Innovationen in ihren Produkten weiterhin ihre differenzierenden Wettbewerbsvorteile gegenüber dem immer größer werdenden Wettbewerb behaupten können.

Als Neuigkeit können nicht nur Teilnehmer der Tagung die Präsentationen der Lösungen noch einmal in einer Web-Plattform mit aufgezeichneten und strukturierten Software-Demonstrationen anschauen.

Im Februar 2011 (22./23.2.) geht die BARC Tagungsreihe weiter mit einem Blick auf Planungs- und Controllinglösungen für mittelständische Unternehmen oder abgegrenzte Projekte in Großunternehmen.


Posted 17.11.10 7:39
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Das Zukunftsthema für MicroStrategy ist die Unterstützung von Business Intelligence auf mobilen Geräten, allen voran Apple's iPhone und IPad. Auf der diesjährigen Kundenkonferenz wurden die neuen Lösungen hierfür vorgestellt. Die Grundannahme von MicroStrategy ist hierbei, dass diese Geräte auch wesentliche Geschäftswerkzeuge werden und nicht nur "Spielzeuge" für den privaten Bereich. Es gibt Anhaltspunkte, dass dies nicht falsch ist, gibt es doch Untersuchungen, dass einige Manager schon kaum noch größere Rechner als ihr Telefon ("Smartphone") nutzen (s. InformationWeek Jan. 2009) und weiterhin die aktuelle Beobachtung, dass sich das Apple IPad auch im geschäftlichen Bereich zu verbreiten scheint.

Wie MicroStrategy gehen inzwischen auch weitere Anbieter den zukunftsweisenden Weg, für mobile Geräte nicht nur bestehende Berichte anzeigbar zu machen, sondern ganz neue Bedien- und Anzeigeparadigmen für die vielfältigen mobilen Ausgabeplattformen anzubieten. Unterstützt werden dann z.B. Bedienung mit dem Finger auf einem Touchscreen, Navigation durch Wischen, Vergrößern/Verkleinern von Ansichten mit zwei Fingern, etc. Am deutlichsten wird dies wahrscheinlich, wenn man sich ein Video mit einer Demo von IPad Applikationen anschaut (z.B. von RoamBI oder Qliktech)

Die schnelle Entwicklung neuer Anwendungen für mobile Geräte und eine gewisse Tiefe der Integration in ihre Spezifika kenne ich noch von QlikTech , SAP BusinessObjects, Actuate und neuerdings auch Board . Aber die meisten anderen Anbieter entwickeln daran und haben zum Teil schon Ankündigungen veröffentlicht. Daneben gibt es in den USA Spezialisten wie RoamBI, die aber in Europa kaum aktiv sind.

Weitere Informationen:
'Mobile BI Apps Target iPad' von Doug Henschen/Information Week


Posted 11.08.10 0:11
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von Carsten Bange und Florian Ehmann

STRATandGO von Procos ist als Balanced Scorecard Anwendung bekannt - laut letzter Horvath BSC-Studie 2008 ist es der Marktführer unter den Standardprodukten, die zum Aufbau von Balanced Scorecards genutzt werden (am meisten genutztes Werkzeug ist - wer hätte es gedacht - Excel).
Als Update zur älteren BARC Studie Balanced Scorecard Werkzeuge haben wir kürzlich mal wieder einen aktuellen Blick auf das Produkt geworfen.

Unternehmen
Die Procos AG mit Sitz in Lichtenstein wurde 1992 als Unternehmen für betriebswirtschaftliche Beratung und die Einführung von ERP-Systemen gegründet. Seit 1998 tritt das Unternehmen mit der Produktfamilie STRATandGO als Anbieter eines Datenintegrationswerkzeugs und einer BI-Software am Markt auf. Der Beratungsanteil in den Projekten liegt bei 30-40%. Aktuell verfügt Procos über 24 Mitarbeiter, von denen zehn in der Entwicklung tätig sind. Neben dem Hauptsitz in Liechtenstein bestehen Niederlassungen in Deutschland, Italien, BeNeLux und Österreich. Diese Niederlassungen führen in den entsprechenden Ländern auch den 1. und 2. Level Support für STRATandGO durch. Die zukünftige Expansionsstrategie ist jedoch klar auf Vertriebspartner ausgerichtet, die Implementierung, Schulung und Support übernehmen sollen. In der Regel werden die Analyse der Anforderungen und deren Umsetzung durch Procos oder Vertriebspartner vorgenommen. Anschließend werden so genannte KeyUser geschult, die umgesetzte Konzepte in den Bereichen Balanced Scorecard, Dashboard, Analyse und Planung nachjustieren und erweitern.

Produktportfolio
Procos bietet die Produktfamilie STRATandGO an. STRATandGO setzt sich aus den optionalen Modulen SBS (Business Scorecard/Dashboard), SBA (Business Analyser), SBP (Business Planner) und DIMEX zusammen.

STRATandGO wird komplett auf Basis des Microsoft .NET Framework in der Sprache Microsoft C# entwickelt und orientiert sich an den Microsoft Standards für Benutzeroberflächen und Navigation. Für den Betrieb der Software wird eine Administrationsabteilung benötigt, die neben der Datenintegration auch die Anwendungsverwaltung übernimmt. Für die Rechteinstellung steht ein Rollenkonzept zur Verfügung. Die Modellierung betriebswirtschaftlicher Konzepte erfolgt durch PowerUser, die durch umfangreiche Dialoge beispielsweise zur Anpassung von Grafiktypen, Definition oder Berechnungslogiken und Definition von Kennzahlen unterstützt werden. Für die Modellierung steht aber auch eine Programmierschnittstelle zur Verfügung, über die Businesslogik und visuelle Darstellung kontrolliert werden können.

Über das Modul SBS werden Scorecards und Dashboards umgesetzt. Es können Oberflächen zur Darstellung von KPIs, Organisationsstrukturen, Prozessen und Perspektiven frei definiert werden. Berechnungslogiken sind frei zu erstellen, Prozesse und Strukturen flexibel zu modellieren. Aufgrund der Unterstützung des ursprünglichen BSC-Konzepts der vier Perspektiven von Norton/Kaplan ist die Software durch die Balanced Scorecard Collaborative zertifiziert. Ein Anhängen von Absprungmöglichkeiten in beliebige Berichte ist für jedes Objekt möglich. Neben der ursprünglichen Ausrichtung auf den Bereich BSC wird das Modul auch für die Bereiche Projektmanagement, Qualitätsmanagement und Prozessüberwachung eingesetzt. Schnittstellen zu entsprechenden Vorsystemen wie z.B. ARIS sind über das Modul DIMEX einzurichten.

Das Modul SBA (Business Analyser) ist für den Bereich Analyse ausgelegt. Neben umfangreichen Möglichkeiten der OLAP-Navigation sind auch betriebswirtschaftliche Analysen vordefiniert enthalten oder umsetzbar. Enthalten sind ABC-Analysen, Abweichungsanalysen und Filterfunktionen. Weiterhin ermöglicht SBA die individuelle Anpassung von Hierarchien und die Veränderung von Parametern für Simulationen. Zusätzlich stehen starke Visualisierungsmöglichkeiten basierend auf sehr flexibel anpassbaren Grafiktypen zur Verfügung. Im Bereich der OLAP-Navigation wird eine Art „drill anywhere“ angeboten. Über die Selektion von beliebigen Filterelementen kann der Datenraum in jeder verfügbaren Variante analysiert werden.

Das Modul SBP (Business Planner) ist sowohl für die Durchführung einer Top-Down-Planung, einer Bottom-Up-Planung und die Durchführung eines Gegenstromverfahrens ausgelegt. Neben starken Mechanismen der Datenverteilung, Möglichkeiten zu Struktur- und Parametersimulationen sind umfassende Szenarienvergleiche und Analysen möglich, um strategisch zu planen. Für das Einsammeln von Daten aus verschiedenen Unternehmensbereichen steht eine einfache Workflow-Unterstützung, eine umfassendes Berechtigungskonzept für die funktionale Einschränkung und die Beschränkung von Datenbereichen bis auf die Ebene von Einzeldaten zur Verfügung. Zusätzlich stehen durch die Verwendung der STRATandGO Webservices Möglichkeiten zur Verfügung, die verteilte Dateneingabe zu vereinfachen. Kommentarmöglichkeiten auf Zellebene mit der Möglichkeit von Dateianhängen ergänzen das Leistungsportfolio. Die Abbildung eines Gegenstromverfahrens erfolgt über das Modul SBA, mit dem Delta-Analysen bis auf Tagesebene durchgeführt werden.

DIMEX ist ein Tool für die Datenintegration, das regelmäßig in Kombination mit STRATandGO zum Einsatz kommt, aber auch als Stand-Alone erhältlich ist. Es ist durch Procos selbst entwickelt. Neben der Anbindung von relationalen und multidimensionalen Datenquellen über Standardschnittstellen (OLE DB, ODBC, .NET, ADOMD.NET, MDX) ermöglicht es den Zugriff auf SAP Tabellen, SAP Queries, SAP Funktionsbausteine (bidirektional) und SAP BW.

Lizenzierung
Ein Komplettpaket, bestehend aus allen Modulen SBS, SBA, SBP und DIMEX kostet für fünf Concurrent User 60.000€. Ein Controlling-Package aus SBA und SBP kostet für fünf Concurrent User 38.000€. Die Module sind, inklusive fünf Concurrent User, auch einzeln, SBS für 30.000€, SBA für 24.000€ und SBP für 26.000€, zu lizenzieren. Eine Lizenzierung von DIMEX mit voller Unterstützung der genannten Schnittstellen und SAP BW kostet 9000€. Für Wartung und Support werden jährlich 18% der Lizenzierungskosten berechnet.

Fazit
STRATandGO ist in allen verfügbaren Komponenten ein sehr umfangreiches, aber dennoch fachanwendertaugliches Produkt. Neben dem eigentlichen Fokus der Erstellung von Balanced Scorecards und Management Dashboards verfügt es über sehr ausgeprägte Funktionen in den Bereichen Planung und Analyse. Dem ersten Ansehen nach ist das Controlling-Package sehr leistungsfähig. Im Bereich Balanced Scorecard ist Procos einer der letzten spezialisierten Anbieter, der noch am BI-Markt verfügbar ist. Nach dem ursprünglichen BSC-Hype in den Jahren 1999-2001 sind viele Anbieter in diesem Bereich vom Markt verschwunden. Dies erklärt nach unserer Ansicht auch die Erweiterung des Einsatzes des BSC-Moduls auf die Bereiche Projektmanagement, Qualitätsmanagement und Prozessüberwachung. Dies ist jedoch nicht als Schwäche des Anbieters zu verstehen. Die Aufstellung mit STRATandGO als Baukastensystem zur flexiblen Umsetzung verschiedenster Anforderungen erweist sich sowohl für den Anbieter als auch für Kundenunternehmen als krisenfester Ansatz. Auch bei der Weiterentwicklung oder Veränderung des Management-Konzepts ist vermutlich in den seltensten Fällen ein Toolwechsel notwendig. Zusätzlich bietet Procos Release-Sicherheit bezüglich der aufgebauten Modelle. Diese können nahtlos in neue Release-Stände des Produktes übernommen werden.


Posted 5.11.09 10:56
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Teradata und SAP kündigten kürzlich eine engere Partnerschaft an, die neben Vertrieb und Marketing auch eine weiter verstärkte Zusammenarbeit auf technologischer Ebene mit sich bringt. Ab 2010 soll die Teradata Datenbank auch direkt als Datenbank für SAP BW einsetzbar sein (BW als Applikation kann seine Nutz- und Metadaten bisher nur in Oracle, IBM, SAP und Microsoft Datenbanken speichern). Teradata ist weiterhin Reseller für BusinessObjects-Werkzeuge, auch nach der Übernahme von Business Objects durch SAP.

Die Ankündigung befeuerte wieder die Gerüchte über eine mögliche Übernahme von Teradata durch SAP. Egal ob als Partner oder als Angebot aus einem Haus, passen die beiden Unternehmen und Lösungsportfolios aus verschiedenen Gründen gut zusammen:

1.) Marktpositionierung und Konkurrenz
Sowohl SAP BusinessObjects als auch Teradata haben seit 2007 die sogenannten „Full stack“ Anbieter IBM, Oracle und Microsoft als Haupt-Wettbewerber. Diese drei bieten sowohl BI-Anwenderwerkzeuge als auch Datenbanken und Datenintegrationstechnologien. Teradata ist konzentriert auf eine hochskalierbare Datenbank für Data Warehousing; Business Objects liefert traditionell Datenintegrations- und Anwenderwerkzeuge - also genau die komplementären Komponenten zur Datenbank von Teradata. Das SAP BW auf der anderen Seite wird strategisch von SAP BusinessObjects immer klarer als analytische Applikation für SAP-Daten positioniert. Damit propagiert SAP einen „hybriden“ Ansatz. Dieser lässt Kunden die Freiheit, entweder den DWH-Applikationsweg über SAP BW oder den Weg des offenen Data Warehouse über eine Datenbank zu gehen. Die bisher zertifizierten Datenbankanbieter der SAP für BW – Oracle, Microsoft, IBM – sind genau die Hauptwettbewerber im BI-Markt. Insofern ist die Partnerschaft mit Teradata ein Weg, ein komplettes Angebot ohne die Einbindung der Wettbewerber in den Markt tragen zu können. Schon heute nutzen immerhin 40 der größten 100 SAP-Kunden nach Aussage der SAP auch Teradata.

2. Grundsätzliche Möglichkeit einer Übernahme
SAP macht Business Intelligence – zumindest auf den letzten Kundenkonferenzen – zu dem Top-Thema der SAP für die Zukunft. Das Thema wird im SAP-Vorstand von John Schwartz, ehemaligen CEO von Business Objects, verantwortet, der gleichzeitig auch für Übernahmen verantwortlich zeichnet. Insofern sind punktuelle Zukäufe der SAP im Business Intelligence Portfolio durchaus möglich.
Teradata ist ein Übernahmekandidat: NCR hat sein Datenbank/DWH-Appliance Geschäft mit Teradata als eigenständige Tochter an die Börse gebracht und damit den Weg für eine einfache Übernahme freigemacht. Das Angebot ist konzentriert auf die Spezialdatenbank Teradata und wurde in den letzten Jahren auch nicht um Zukäufe in Richtung einer kompletten BI-Plattform ergänzt – in Kombination mit Informatica als Datenintegrationsplattform und einem Anwenderwerkzeug wie MicroStrategy würde sich beispielsweise ein weiterer sehr starker Komplettanbieter für BI ergeben. Die Spezialisierung auf eine high-end Datenbank und die Distributionsform als Data-Warehouse-Appliance, aber auch ein interessanter Kundenstamm und eine schlagkräftige Service-Einheit machen aus Teradata einen interessanten Kandidat für einen punktuellen Zukauf anderer Anbieter.
Gegen eine Übernahme sprechen drei Faktoren:
1.) Die aktuelle wirtschaftliche Lage sorgt einerseits für günstige Bewertungen von Übernahmekandidaten, andererseits für die Notwendigkeit, Liquidität und Reserven von Unternehmen zusammenzuhalten.
2.) Ganz preiswert wird der Zukauf nicht, SAP könnte auch einen spezialisierten kleineren Appliance-Anbieter übernehmen, wenn es nur um die Technologie geht.
3.) Viele Kunden – gerade in Deutschland – haben nicht den Eindruck, dass SAP den größten Zukauf seiner Geschichte – Business Objects – organisatorisch schon verdaut hat. Organisatorisch könnte eine erneute Übernahme also zu weiteren Herausforderungen führen.

3. Vision und Ausrichtung
Teradata treibt seit vielen Jahren das Konzept des aktiven Data Warehouse für operative und eingebettete BI. Die Teradata Datenbank wird in diesem Szenario eine Plattform, die große Datenmengen in kurzen Zyklen aufnehmen und analysieren kann z.B. von Sensordaten. Außerdem werden die in die Datenbank eingebetteten Ausführungsmöglichkeiten von Prozessen zur Datentransformation und –analyse verstärkt. Diese Möglichkeiten zur engeren Verzahnung mit operativen Prozessen passen offensichtlich gut zur SAP als Marktführer operativer Anwendungen.
SAP BusinessObjects selbst hat sicherlich den Anspruch, dem Erzrivalen Oracle aber auch den anderen großen Anbietern ein umfassendes und leistungsfähiges Angebot entgegenzustellen. Erste Schritte in die Datenspeicherebene werden mit dem BW Accelerator, einer spaltenorientierte In-Memory-Datenbank gemacht. Dies ersetzt in seiner momentanen Aufstellung als Akzelerator oder Analyseappliance (noch?) keine volle Data-Warehouse-Plattform. Genau hier kann sich Teradata als Best-of-breed Anbieter gut einfügen.

4. Technologie
Bereits heute können Teradata Datenbanken und SAP BW-System über einen speziellen Konnektor miteinander verbunden werden. Als Data-Warehouse-Applikation benötigt SAP BW aber immer eine weitere relationalen Datenbank zur Speicherung seiner Daten. Die aktuelle Ankündigung zielt nun darauf ab, SAP BW (ab Version 7.2) auch mit Teradata (ab Version 12) als Datenbank betreiben zu können. Betreiber älterer SAP BW Versionen werden für diese Option somit um ein Update nicht herumkommen.
Eine so geschaffene gemeinsame Plattform für SAP BW und offene Data Warehouse erleichtert vor allem den Betrieb. SAP BW Kunden können von einer leistungsfähigen Datenbank profitieren und vor allem Verbesserungen im Bereich Antwortzeitverhalten und allgemeine Skalierbarkeit hinsichtlich Datenvolumen und Abfragelast erwarten. Eine ähnliche Architektur ist heute nur im Rahmen der partitionierten Version der IBM DB2 für SAP BW verfügbar. Inhaltlich werden SAP BW Systeme und Data Warehouses in Teradata aber getrennt bleiben, was die Vorteile überwiegend auf die technischen Aspekte konzentriert. Ergebnis ist aber sicherlich auch eine verstärkte Diskussion in Unternehmen, ob neue Anforderungen eher in SAP BW oder auf einer offenen Datenbank wie Teradata umgesetzt werden sollen.

Fazit

Teradata als Datenbankspezialist bekommt einfacheren Zugang zu SAP-Kunden und formt eine engere Partnerschaft mit SAP BusinessObjects, deren Kern-Angebot an Datenintegrations- und BI-Anwenderwerkzeugen die Datenbank gut ergänzt.
SAP vollzieht erste Schritte seiner neuen Strategie für Data Warehousing, die auch eine Offenheit für verschiedene Datenbankanbieter vorsieht. BW-Kunden können durch die Ausführung der Applikation auf Teradata als massiv parallele Datenbank eine gute Unterstützung von Performance und Skalierbarkeit erwarten, die in ähnlicher MPP Architektur heute nur mit einer partitionierten IBM DB2 angeboten wird. Die neue Partnerschaft bedeutet auch eine einfachere Umsetzungsmöglichkeit einer „hybriden“ Data-Warehouse-Strategie, bei der SAP BW neben einem „offene“ Data Warehouse auf Basis einer relationalen Datenbank betrieben wird. Weitere ähnliche Partnerschaften können folgen, z.B. mit anderen Anbietern von DWH-Appliances und analytischen Datenbanken wie HP, Sybase oder Netezza.


Posted 13.07.09 13:11
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Der Rückzug von Microsoft aus dem Planungsmarkt durch den Stopp der Weiterentwicklung der PerformancePoint Planungsfunktionen hat viele irritierte Kunden und Partner hinterlassen.
Microsoft hat nun in einer kurzen Notiz auf der Partnerseite angekündigt, den Source Code von PerformancePoint Planung mit dem letzten Release in diesem Sommer frei verfügbar zu machen. Damit können Kunden und Partner eigene Lösungen auf Basis des Planungsproduktes entwickeln. Wichtige Einschränkung: Aus dem Source Code abgeleitete Anwendungen können nur von Kunden eingesetzt werden, die eine Sharepoint Server Enterprise Lizenz haben. Ganz Open Source ist es also nicht, sondern eine individuelle Lizenzvereinbarung mit Microsoft.
Aus meiner Sicht reicht Microsoft hier seinen Kunden und Partner die Hand, um den Schaden durch die überraschende Abkündigung von PerformancePoint Planung nach nur 2 Jahren auf dem Markt etwas zu begrenzen. Gerade diejenigen, die massiv in dieses Produkt investiert haben, könnten nun eigene Entwicklungen mit dem Originalprodukt verbinden und so neue Lösungen auf den Markt bringen.

Weitere Kommentare in Erik Melchers BI Blog


Posted 20.06.09 3:23
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von Carsten Bange und Florian Ehmann

Wir haben uns kürzlich die Mittelstandslösung des kanadischen Bi-Anbieters Prophix angeschaut. Hier unsere Einschätzung:

Unternehmen

Die Firma Prophix wurde 1987 in Kanada gegründet und bietet seit 1997 BI-Software an. Prophix machte 2008 mit 1500 Kunden, vornehmlich in Nordamerika, ca. 20 Mio. US-$ Umsatz. Die größten Mitbewerber im nordamerikanischen Markt sind Adaptive Planning und Host Analytics.
Prophix verfolgt eine weltweite Expansionsstrategie, die neben dem Aufbau eigener Niederlassungen auf den Vertrieb durch Partner setzt (In Deutschland: Index GmbH). Fokussiert werden mittelständische Unternehmen mit mehr als 5 Mio. US-$ Umsatz und 50-100 Anwendern. Für die Expansionsstrategie steht das Tool Prophix for SQL Server, das im Jahr 2005 veröffentlicht wurde, im Vordergrund.

Produktportfolio

Neben Prophix for SQL Server sind auch noch die älteren Produkte Express und Enterprise im Portfolio, die als Vorgängerprodukte aber eher für sehr kleine Anwendungen gedacht sind und auch funktional nicht mit Prophix für SQL Server vergleichbar sind. Prophix für SQL Server ist ab 15.000 Euro erhältlich.

Prophix for SQL Server

Prophix for SQL Server bietet Möglichkeiten für Planung, Budgetierung, Analyse, Reporting, Ad-Hoc-Reporting und Dashboarding. Als Datenbank wird MS SQL Server mit den Analysis Services eingesetzt und durch eine Modellierungsumgebung in Prophix aufgebaut. Für die Datenintegration werden Funktionen der MS SQL Server Integration Services und für das Reporting die Funktionen der Reporting Services genutzt, was dem Anwender aber verborgen bleibt. Alle anderen Funktionen werden über eigene Lösungskomponenten abgedeckt.
Für alle administrativen Aufgaben verfügt Prophix über nur eine Benutzeroberfläche, in der alle benötigten Funktionen aufgerufen werden können. Die für einen geschulten Fachanwender ausgelegte Administrationskomponente wird in allen Bereichen durch Wizards unterstützt. Datenmodellierung, Datentransformation, Entwicklung der Benutzeroberfläche für Endanwender, Workflow-Definition, Rechteverwaltung und weitere Administrationsaufgaben können so weitgehend ohne weitere IT-Unterstützung genutzt werden.
Auch dem Endanwender präsentiert sich Prophix for SQL Server mit einer einheitlichen Benutzeroberfläche. In dieser werden Dashboards, Ad-Hoc-Reports, Reports, Planungsmasken, usw. dargestellt. Es liegt am Administrator festzulegen welche Sichten und Funktionen dem Endanwender, im Rahmen der zur Verfügung gestellten Anwendungsklasse, angeboten werden.
Am stärksten ist Prophix for SQL in seinen Planungs- und Budgetierungsfunktionen. Folgende Funktionen stehen u.a. zur Verfügung:
 Spreading (nach Zeit, Strukturen und Parametern)
 Nebenrechnungen
 Delta-Analysen
 Forecasting
 Vergleichszahlen in Tabellen und Grafiken während der Dateneingabe
 Workflow mit Freigabeverfahren und E-Mail Benachrichtigung
 Prozesssteuerung mit Aufgaben, die zeit- und ergebnisgesteuert sein können
 Zusammenfassendes Reporting in sogenannten Ordnern für Einzelpersonen oder Gruppen, die auch ergänzende anwendungsfremde Informationen, wie z.B. Dokumente, Excel-Sheet oder PDFs enthalten können.
 Kommentare und Anlagen zu Bearbeitungsschritten
 Logging aller erfolgten Änderungen und Aktionen (Auditing)
 …
Eine Offline-Planung kann über die Verwendung vordefinierter Excel-Sheets erfolgen, die aus der Anwendung erzeugt und nach dem lokalen Ausfüllen wieder an den Server gesendet werden. In diesem Fall stehen jedoch für die Datenerfassung keine Spreading-Funktionen zur Verfügung.
Die Grafikengine, die insbesondere für die Visualisierung im Bereich der Analyse und der Berichtserstellung von Bedeutung ist, erscheint eher eingeschränkt. Auch die Möglichkeiten der legalen Konsolidierung sind solide, jedoch für komplexere europäische Konsolidierungsanforderungen zu überprüfen.

Fazit

Prophix for SQL Server ist im Vergleich zu anderen BI-Produkten für mittelständische Unternehmen ein funktional reichhaltiges Produkt zu einem attraktiven Preis. Dies gilt besonders für die Planung und Budgetierung, da viele Funktionen angeboten werden, die man sonst nur aus Lösungen für große Unternehmen bekannt sind (z.B. Workflow, Freigabe, Audit). Die Abdeckung verschiedener Aufgabengebiete der Business Intelligence von Reporting bis Konsolidierung in einer Lösung erzeugt eine durchgängige Anwendererfahrung im Umgang mit dem Werkzeug.


Posted 10.06.09 9:31
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... und schafft es mit dieser Meldung in das Handelsblatt - nicht schlecht für den Launch eines BI-Produktes und gut für die öffentliche Wahrnehmung des Themas Business Intelligence insgesamt.
Dass es lediglich die Bestätigung des schon lange auf der Roadmap Folie verzeichnete Bundle vom Business Objects Tool Polestar mit dem SAP NetWeaver BW Accelerator (ehemals BI-A) ist, lassen wir mal dahingestellt, immerhin hat das Kind jetzt einen Namen und einen (noch etwas vagen) Veröffentlichungszeitpunkt.

Das Werkzeug Polestar (jetzt Explorer) vereint Konzepte aus der Suche mit dem schnellen Zugriff auf strukturierte Daten (Kennzahlen). Es werden wesentliche typische Probleme von BI-Installationen adressiert: Anwenderfreundlichkeit durch die geführte Navigation im Anwenderwerkzeug und Abfrageperformance durch die spaltenorientierte In-Memory Datenbank BW-Accelerator. Das ganze wird als Appliance (feste Software-/Hardwarekombination) angeboten, momentan nur als Ergänzung für SAP BW (Zitat aus der Produktbroschüre: You simply plug the combined appliance
into your existing instances of SAP NetWeaver® Business Warehouse (SAP NetWeaver BW) component, deploy your SAP BusinessObjects BI solution, and determine which information spaces you wish to supercharge and expose to business users.)
SAP BO explorer_architecture.png

Quelle Architekturbild SAP BusinessObjects Explorer:Elliot

Spannend wird noch der Preis sein, denn der BW-Accelerator alleine war bisher eher hochpreisig angesiedelt und damit nicht für jeden erschwinglich. Vielleicht tut sich an dieser Stelle ja auch etwas.

Die Kombination Explorer mit BW-Accelerator könnte sicher zukünftig auch Stand-alone ohne SAP BW angeboten werden. Dafür müssen weitere Funktionen angeboten werden, nämlich die Modellierung der Daten und der Datenimport direkt in den BW-A (bisher wurde das Modell einfach aus BW übernommen und Daten nur aus BW kopiert).

Damit bietet SAP BusinessObjects dann eine zweite Speicherkomponente neben dem SAP BW an, um Daten für Business Intelligence Werkzeuge bereitzustellen. Die Technologie (spaltenbasiert, in-memory) ist für analytische Zwecke sehr gut geeignet, mal sehen was noch kommt (offene Schnittstellen für andere Anwenderwerkzeuge, ... ??).

Weitere Informationen
Einschätzung von BARC-Analyst Patrick Keller zum neuen Produkt im Handelsblatt-Beitrag.

Link zur SAP BusinessObjects Explorer Webseite.

Im Blog von Timo Elliot finden sich noch einige weitere interessante Informationen zum Explorer. Dorther stammt auch das Architekturbild.

Der BO Explorer ist auch "in der Cloud" zum Ausprobieren verfügbar - mit Hochlademöglichkeit für eigene Excel-Dateien.

14 Anbieter für Anwenderwerkzeuge auf SAP BW und SAP ERP live im Vergleich auf der BARC-Tagung BI mit SAP am 23. und 24.6. in Würzburg.


Posted 12.05.09 9:40
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Arcplan gibt die Übernahme von LumenSoft bekannt, einem kleinenAnbieter einer Excel-orientierten Planungslösung aus St. Paul, Minnesota.

LumenSoft bietet mit Xcel BI+ ein Werkzeug zum Aufbau von Excel-basierten Planungsapplikationen an. Der Anwender nutzt in Excel die Budgetierungs-/Planungsmasken und -funktionen während die Datenspeicherung im Hintergrund in den multidimensionalen Datenbank Oracle Hyperion Essbase, Microsoft Analysis Service oder den relationalen Datenbanken Oracle, Microsoft SQL Server, IBM DB2 oder anderen per ODBC verbindbaren Datenbanken erfolgt.

Arcplan verfolgt damit den beobachtbaren Trend, dass auch kleine und mittelgroße BI-Anbieter eine breitere Abdeckung verschiedener BI-Funktionen anstreben. Das Werkzeug von LumenSoft paßt prinzipiell gut in das Arcplan Portfolio, da es


  • einen entwicklungsorientierten Ansatz verfolgt. Dies ist auch die Positionierung des Hauptwerkzeuges von Enterprise, der BI-Entwicklungsumgebung von Arcplan,

  • Planungslösungen zwar bisher prinzipiell mit Arcplan Enterprise aufgebaut werden konnten, dafür aber recht hoher Aufwand notwendig ist, sobald es über reine Dateneingabe hinaus geht und

  • die letzte Erweiterung des Arcplan Portfolios, Excel Analytics, ebenfalls schon den Excel-Anwender für Reporting und Analyse fokussiert hat und nun ebenfalls in einer Excel-Umgebung auch Planung angeboten wird.

An zwei Stellen ergeben sich jetzt Überlappungen bzw. Erweiterungspotential. Sowohl LumenSoft als auch Arcplan bieten Zugriffsmöglichkeiten auf Datenbanken, wobei Arcplan hier sehr viel umfangreichere Optionen anbietet. Hiervon könnte langfristig auch die Planungsanwendung profitieren. Lumensoft hat andererseits eine eigene Technologie zum Aufbau von Anwendungen in Excel, die mit dem Arcplan Werkzeug Excel Analytics harmonisiert werden muss.

Insgesamt scheint die Marschrichtung von Arcplan damit aber klar zu sein: Raus aus der Position des flexiblen Entwicklungswerkzeuges, mit dem man alles machen kann (aber auch bauen muss) hin zu einem breiteren Portfolio an Werkzeugen für verschiedene Anwendergruppen bzw. BI-Anwendungsklassen. Grundsätzlich eine gute Idee, da auf Kundenseite auch immer stärker eine breitere Abdeckung verschiedener Aufgaben von einem Anbieter verlangt wird - in möglichst integrierten Lösungen/Umgebungen.

Links:

Datenblatt von LumenSoft Xcel BI+


Posted 12.05.09 3:57
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Open Source macht Schule: Winterheller Software, einer der führenden Planungssoftwareanbieter im deutschsprachigen Raum, wird ab Montag, 4.5. die Einzelplatzversion seines etablierten Werkzeuges Professional Planner lizenzkostenfrei zur Verfügung stellen. Diesen Ansatz kennen wir aus dem Open-Source-Bereich.

Es soll keine Beschränkung der Funktionalität geben, sondern eine Vollversion inklusive einer Beispielumgebung als Vorlage für das eigene Planungsmodell zum kostenlosen Download angeboten werden. Das bedeutet, dass Kunden ein durchaus leistungsfähiges Planungswerkzeug mit integrierter Erfolgs-, Finanz- und Bilanzplanung kostenlos nutzen können.
Dies ist ein interessanter Schritt, da wir die Einzelplatzversion des Werkzeuges als "Brot und Butter" Geschäft von Winterheller gesehen haben mit dem seit vielen Jahren gerade kleinere Unternehmen, Steuerberater u.ä. gearbeitet haben. Insofern könnte das Werkzeug für die Anforderungen kleinerer Unternehmen (ca. bis 100-200 MA) bei denen die Planung in der Hand einer Person liegt schon völlig ausreichen.

Offensichtlich wählt Winterheller nun ein ähnliches Marktzugangsmodell wie Open Source Anbieter: Wichtigstes Ziel ist zunächst eine hohe Verbreitung zu erreichen, um dann durch Zusatzangebote wie Consulting und lizenzpflichtigen Softwarelösungen für den umfangreicheren betrieblichen Einsatz Geld zu verdienen.
Im Fall von Winterheller werden neben Beratungsleistungen ergänzend die Mehrplatz-/Server-Version des Professional Planner, ein Analyseprodukt (OEM von Cubeware) und das neue Konsolidierungsprodukt kostenpflichtig angeboten. Bis Ende des Jahres soll auch eine neue Planungslösung für die dezentrale Planung in größeren Umgebungen entwickelt werden (s. mein Blog-Eintrag von gestern).
Insofern ist die Strategie offensichtlich: Niedrige Hürde für den Einstieg und Test des Werkzeuges aus Kundensicht und Bündelung der Vertriebskräfte auf größere Unternehmen aus Herstellersicht. Klingt zunächst schlüssig, da gerade im kleinen Unternehmensbereich zum einen sicherlich sehr viel direkt in Excel gemacht wird und andererseits sehr viele Anbieter mit mehr oder weniger umfangreichen Lösungen im Markt agieren.
Die Kunden wird dieser Schritt freuen, spannend wird sein zu beobachten wie die Konkurrenten von Winterheller, allen voran Erzrivale Corporate Planning, reagieren werden.


Posted 30.04.09 1:15
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Winterheller Software kündigte bereits auf der CeBIT eine neue, eigenentwickelte Konsolidierungslösung an, die in diesen Wochen in die generelle Verfügbarkeit kommen sollte. Damit tritt Winterheller ebenfalls in dieses Marktsegment ein und löst seine bisherige Partnerschaft zu IDL. Für Ende des Jahres ist nun auch ein neues Planungsprodukt angekündigt worden, das integriert mit Konsolidierung (im Sinne einer CPM-Plattform) ein neues Angebot für größere Unternehmen schaffen soll. Damit ergänzt Winterheller sein etabliertes Planungsprodukt Professional Planner um eine zweite Lösung.

Vorangetrieben wird die Entwicklung der neuen Lösungen bei Winterheller wohl auch vom neuen CFO von Winterheller Walter Altmann, pikanterweise ehemaliger CFO von IDL, dem ehemaligen Partner von Winterheller für Konsolidierung. IDL entwickelte entsprechend dann auch eine eigene Planungslösung -> aus Partnern werden Konkurrenten. Auch hier zeigt sich die Markttendenz zu breiteren Produktsuiten aus einer Hand.
Auf der neuen technischen Plattform des Konsolidierungsproduktes soll bis Ende des Jahres 2009 dann auch eine neue Planungslösung marktreif entwickelt werden. Diese soll das bestehende Produkt Professional Planner um eine Lösung für die dezentrale Planung in größeren Unternehmen ergänzen und parallel zum Professional Planner angeboten werden. Funktionale Unterschiede sind in der Unterstützung von Workflows, Freigabeverfahren, Massendatenverarbeitung u.ä. zu erwarten, also Funktionen die momentan fehlen und für einen Einsatz in größeren Szenarien notwendig sind. Die vorhandene Produktlinie Professional Planner soll parallel weiterentwickelt werden und die neue Konsolidierungslösung auch für diesen Kundenkreis als Ergänzung dienen.

Nur mit dem neuen "Enterprise"-Planungsprodukt ergibt sich aber eine integrierte CPM-Suite, die Planung und Konsolidierung auf einer Plattform vereinigt. Dieses Konzept (auch als "Unification" bekannt) bietet Vorteile für Unternehmen, die beide Aspekte auf einer gemeinsamen technischen Werkzeug- und Datenbasis abwickeln können. Den gleichen Weg sind Outlooksoft (SAP BPC), Tagetik und andere gerade neue Anbieter gegangen, was Anbieter mit getrennten Lösungen wie z.B. Oracle Hyperion weiter unter Zugzwang setzen sollte, auch diesen sinnvollen Weg einzuschlagen.
Zusätzlich zur Ankündigung der neuen Konsolidierungs- und Planungslösungen wurde kürzlich auch eine Partnerschaft mit Jedox verkündet, was die Optionen beim Datenerfassen und -analysieren erweitert. Die bestehenden Partnerschaften mit Microsoft und Cubeware für Datenbank, Reporting und Analyse sollen dem Vernehmen nach aber weitergeführt werden.
Hier das Bild der zukünftigen Werkzeuglandschaft:
Winterheller Produktpalette 2009.png


Posted 29.04.09 5:36
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