SAP und Microsoft kündigen an, Ihre Partnerschaft bezüglich SAP BO Planning and Consolidation zu vertiefen. Konkret bietet Microsoft damit seinen Kunden aktiv an, das SAP-Planungs- und Konsolidierungswerkzeug als Ergänzung zu den Microsoft BI-Tools zu nutzen. Eine Interessante Form der "Coopetition", konkurrieren beide Anbieter doch immer stärker im BI-Bereich.
SAP BusinessObjects Planning and Consolidation stammt aus der Outlooksoft-Übernahme durch SAP im Jahr der großen Übernahmen 2007.
Outlooksoft war im Nordamerikanischen Markt erfolgreich gegen den dortigen Marktführer für Planungs- und Konsolidierungslösungen Hyperion angetreten, was diese Übernahme als die SAP-Antwort auf Oracle's vorherige Übernahme von Hyperion erscheinen ließ. Insbesondere, da Oracle verkündete, dass Hyperion von den drei großen BI-Anbietern auf dem Markt als Akquisitionsziel ausgewählt wurde, da sie die meisten SAP-Kunden im Bestand hätten und Oracle hierdurch noch besseren Zugang zu SAP-Kunden bekommen könne.
Technologisch ist die Partnerschaft zwischen Microsoft und SAP sinnvoll, denn ein Blick auf Architektur und Komponenten des Werkzeuges zeigt eine so tiefe Microsoft-Integration, dass man durchaus annehmen kann, dass in dem Businessplan von Outlooksoft eine Übernahme durch Microsoft als die angestrebte Exit-Option für die Investoren aufgeführt war. Nachdem Microsoft 2007 jedoch nicht Outlooksoft sondern den Analyseanbieter ProClarity übernommen hatte und den PerformancePoint Server als Planungswerkzeug selbst auf den Markt brachte, mußten sich die Outlooksoft Investoren zügig nach einem anderen Käufer umschauen, den sie in der SAP dann auch fanden.
Die tiefe Microsoft Integration von SAP BO Planning and Consolidatoin zeigt sich auf allen Ebenen der Architektur: Datenintegration und Speicherung erfolgt im Microsoft SQL Server, Frontend ist Excel und sogar die Planungslogik ist in Stored Procedures im SQL Server abgelegt. Letzteres wird auch der Grund dafür sein, warum sich SAP in den 2,5 Jahren seit der Übernahme so schwer damit tut, eine NetWeaver BW basierende Version des Werkzeuges auf den Mark zu bringen - letztlich mußten große Teile in ABAP neu entwickelt werden, da genau die tiefe Microsoft Integration für eine Portierbarkeit auf andere Plattformen eher hinderlich ist.
Neben der tiefen technischen Integration mit Microsoft-Technologie hatte Microsoft die offensichtliche Herausforderung, seine Lücke im BI-Portfolio im Bereich der Planung nach der Aufgabe des PerformancePoint Servers in diesem Jahr zu schließen. Da der Markt für Planungswerkzeuge in jedem Land von lokalen Anbietern dominiert wird, fällt hier jedoch eine globale Strategie für Partnerschaften schwer. Letztlich werden nur Oracle Hyperion Planning, IBM Cognos TM1 und SAP BO P&C tatsächlich global angeboten.
Sowohl Marktlogik als auch die Technologie wird Microsoft also zu diesem Schritt bewegt haben, auch wenn tatsächlich ein immer stärkerer Wettbewerb zwischen den beiden Anbietern um Business-Intelligence-Projekte stattfindet. SAP BusinessObjects demonstriert eine hohe Aufgeschlossenheit dem Wettbewerb gegenüber und zeigt, dass die technologisch hohe Offenheit von BusinessObjects für andere Plattformen neben SAP NetWeaver beibehalten werden soll. Und letztlich wird natürlich auch eine höhere Absatzzahl des Produktes durch die Partnerschaft willkommen sein.
Posted 24.11.09 1:45
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