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Carsten Bange

Willkommen bei meinem Blog im BeyeNETWORK. Dies ist kein Social Blog, also werde ich Ihnen beispielsweise nicht schreiben, wie ich das Essen auf der letzten BI-Konferenz fand. Vielmehr möchte ich den Web Log zur Konservierung von Eindrücken und Neuigkeiten zu Business Intelligence Lösungen und Anbietern nutzen, explizit auch zu Lösungen, die nicht alle ausführlich getestet und in die BARC Studien aufgenommen werden können. Feedback ist immer willkommen! Schreiben Sie mir unter carsten.bange@barc.de

Über den Autor >

Dr. Carsten Bange ist geschäftsführender Gesellschafter des Business Application Research Centers (BARC). Er ist seit mehr als 10 Jahren für nationale und internationale Unternehmen verschiedenster Branchen und Größen im Rahmen der Strategie- und Architekturberatung, Werkzeugauswahl und Qualitätssicherung in Business-Intelligence- und Datenmanagement-Projekten tätig. Als neutraler Beobachter des Softwaremarktes ist er ein häufiger Redner bei Tagungen und Seminaren sowie Autor zahlreicher Fachpublikationen und Marktstudien.

Recently in Data Warehouse Plattformen Category

Oracle hat gerade auf der mit 45.000 Besuchern best besuchten Oracle Open World die Exalytics Appliance angekündigt. Damit verstärkt Oracle sein Engagement im In-Memory Datenbankmarkt mit einer Appliance, die TimesTen oder Oracle Essbase als In-Memory Datenbanken anbietet und zusätzlich eine parallelisierte Version der Oracle BI Foundation enthält. Keine völligen Neuentwicklungen also, aber eine Appliance, die 1 TB Hauptspeicher mit überarbeiteten Versionen von TimesTen und Hyperion Essbase sowie Oracle BI Foundation Suite bündelt.

Hardware
Die Exalytic Appliance ist hardwareseitig mit 1 TB DRAM und 40 Cores ausgestattet. Mit der inzwischen verfügbaren Kompressionsrate von ca. 10x können also um die 10TB Rohdaten aufgenommen werden.
Software
Exalytics wird mit den beiden schon vor einigen Jahren zugekauften In-Memory Datenbanken TimesTen und Essbase sowie mit Oracle BI Foundation Suite angeboten.
Als relationale In-Memory Datenbank wird TimesTen angeboten, die Oracle 2005 übernommen hatte aber bisher bei Oracle eher ein Schattendasein gefristet hat.
Oracle Hyperion Essbase ist zusätzlich als multidimensionale In-Memory Datenbank in Exalytics verfügbar. Essbase kam 2007 mit der Hyperion Übernahme in das Portfolio und wurde in den letzten Jahren wieder besser unterstützt (z.B. durch Anbindung an den Oracle BI Server).
Eine parallelisierte Version der Oracle BI Foundation Suite mit überarbeiteten Anwenderkomponenten für Such-ähnliche Abfragen komplettiert das Exalytics Appliance Paket.
Architektur
Die In-Memory Datenbanken in Exalytics werden durch eine Infiniband Verbindung mit einer Oracle Datenbank oder Exadata verbunden, so dass Exalytics nicht als Stand-Alone System funktioniert sondern eher wie ein In-Memory Data Mart. Die Daten in den In-Memory Datenbanken in Exalytics werden durch eine heuristische Funktion aufgrund ihres Abfrageverhaltens ständig überprüft und aus der zugrundeliegenden Datenbank geladen ('Heuristic adaptive in-memory cache"). Somit bilden Basisdatenbank und Exalytics ein gemeinsames System.
Die Kombination Exalytics auf einer Standard Oracle RDBMS soll 18x schneller sein als die RDBMS alleine. Exalytics auf einer Exadata sogar 23x schneller als die Standard RDBMS.

Steht Exadata für die Aufrüstung von Data Warehouse Hardware, stellt Exalytics ergänzende In-Memory Data Marts mit BI-Software bereit. Dies ist eine Veränderung der bisher Oracle-RDMBS zentrierten Strategie und nutzt die im Portfolio vorhandenen Technologien TimesTen und Essbase.
Oracle reagiert damit auf die verstärkten In-Memory Bemühungen der Wettbewerber:
IBM positioniert stark die multidimensionale Datenbank TM1 und hat eine In-Memory Option für DB2 angekündigt.
Microsoft baut die Datenbank hinter PowerPivot - Vertipaq - zu einer ergänzenden In-Memory Datenbank aus, die neben der ebenfalls im Hauptspeicher ablauffähigen multidimensionalen Datenbank SQL Server Analysis Services steht.
SAP entwickelt die In-Memory Datenbank HANA als eigene Datenbankalternative.


Posted 2.10.11 20:12
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Die vor wenigen Tagen veröffentlichten TPC-H Benchmark-Ergebnisse zeigten dominante Ergebnisse des Nürnberger Anbieters Exasol. Zusammen mit Hardwarepartner Dell zeigte die analytische Datenbank Exasolution 4.0 sowohl bei den absoluten Performance- als auch den Preis/Performance-Ergebnissen mit Abstand die besten Ergebnisse. Und das in allen Kategorien von 100 GB bis 10 TB abgefragten Datenbestand.
Natürlich ist Performance nicht das einzige Kriterium bei der Auswahl einer Datenbank und es bleibt die Erfahrung, dass Aussagen zur Performance nur anhand der individuellen Konstellation tatsächlich zuverlässig getroffen werden können. Aber die Benchmark-Ergebnisse sind schon deutlich.
Und wie ich aus gut informierten Kreisen höre, ist die amerikanische Konkurrenz durchaus aufgeschreckt ob derart guter Ergebnisse.


Posted 10.04.11 15:02
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Passend zu meinen Vermutungen und Aussagen in den Blogs "Wie geht es weiter für HP im BI- und Data Warehouse Markt?" und "Microsoft und HP bieten gemeinsame Data Warehouse Appliance an" kam gestern die offizielle Bestätigung von HP:
"HP has decided to stop actively selling Neoview to new customers."


Posted 27.01.11 7:33
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Die IT Schwergewichte HP und Microsoft tun sich zusammen und bringen zwei Data Warehouse Appliances auf den Markt. Damit wollen sie ihren Hauptwettbewerbern IBM und Oracle Paroli bieten, die Hardware- und Softwareangebote aus eigenem Haus kombinieren können.

Für den Mittelstand wird die HP Business Decision Appliance angeboten als Paket aus HP Hardware, Windows, MS SQL Server als Datenbank, Sharepoint 2010 und MS Excel mit PowerPivot als Analysewerkzeug. Ausgelegt ist das System auf 80 concurrent user, maximal können 150 unterstützt werden. Unbestätigte Preise starten bei ca. 25.000 Euro, für 50 User werden US$ 60.000 für 50 User, US$ 150.000 für 300 User genannt. Services werden von HP und Microsoft gemeinsam angeboten.

Für größere Data-Warehouse-Umgebungen wird die HP Enterprise Data Warehouse Appliance angeboten, die HP Hardware mit dem Microsoft SQL Server 2008 R2 Parallel Data Warehouse bündelt. Bei einer Datenskalierbarkeit bis 509 Terabyte und einem Einstiegspreis von 1,8 Millionen Euro zielt dieses Paket eher auf das mittelgroße bis große Data Warehouse Segment.

Microsoft hat mit SQL Server 2008 Release 2 neue Funktionen in die Datenbank integriert, die vor allem die Skalierbarkeit für größere Data Warehouse Installationen mit dem Einbau akquirierter Technologie des Appliance-Anbieters DatAllegro verbessern soll. Damit will Microsoft im Data Warehouse Markt auch die größeren Installationen adressieren, die bisher die Domäne von Oracle, Teradata, IBM und spezialisierter Appliance-Lösungen waren. Alle großen Anbieter liefern neben der Datenbank-Software auch Appliance-Lösungen (Hardware/Software-Kombinationen) oder haben wie im Fall von Teradata und Netezza ausschließlich Appliances im Programm. Die schnellere Installation, Senkung der Betriebskosten und leichtere Erweiterbarkeit haben Appliances inzwischen als Basis zur Implementierung von Data Warehouse- und BI-Systemen etabliert. Teradata ist der Altmeister in diesem Segment, IBM verfolgt es schon lange, Newcomer wie Netezza waren oder sind damit sehr erfolgreich, SAP geht diesen Weg mit dem BW Accelerator und der neuen HANA Analytical Appliance und letztlich hat Oracle sich mit dem Sun Akquisition sehr deutlich für diese Lieferform entschieden.
Bleiben von den IT-Schwergewichten HP mit dem Schwerpunkt auf Hardware und Services und Microsoft mit dem Schwerpunkt auf Software, die jeweils im eigenen Portfolio nicht alle Komponenten für eine Appliances haben und somit natürliche Partner für das Angebot an Data Warehouse Appliances sind.

HP hatte sich neben verschiedener kleinerer Datenbankpartner im DWH-Appliance Markt stark mit Oracle Exadata engagiert, wurde aber von Oracle mit der Akquisition von Sun wieder aus dem Rennen genommen. Nicht umsonst stellen HP/Microsoft dann wohl auch einen 50% Kostenvorteil gegenüber Oracle Exadata in den Raum – der natürlich wie immer am konkreten Fall zu überprüfen ist. Die eigene HP Appliance mit der NeoView Datenbank scheint ohnehin kaum Markterfolg zu haben (s. auch Wie geht es weiter für HP im BI- und Data Warehouse Markt?, so dass die Kombination von HP und Microsoft beide Anbieter in dem attraktiven Markt für Data-Warehouse-Appliances deutlich stärken sollte.


Posted 19.01.11 7:19
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Der eingeschränkte Erfolg von HP's Data Warehouse Appliance Neoview befeuert schon lange Spekulationen über die Zukunft dieses Produktes und generell über HP's Pläne im Softwaremarkt für Business Intelligence und Data Warehousing. Die großen Konkurrenten IBM und Oracle sind mit eigenen Hardware-/Softwareangeboten im Markt, Microsoft und SAP stärken ihre analytischen Datenbanken. Aktuelle Personalveränderungen schüren die Spekulationen.

Mark Smith's Meldung einer Einstellung der softwareseitigen BI- und Data Warehouse Aktivitäten rund um HP Neoview folgte das Dementi von HP. Doch Fragen bleiben.

Der Markterfolg für HP Neoview ist weitgehend ausgeblieben. In Deutschland gibt es vermutlich nur eine Installation und auch weltweit hat sich das Produkt nie ernsthaft gegen Teradata, IBM oder Oracle und die Vielzahl der kleinen analytischen Datenbankanbieter im Data Warehouse Markt etablieren können. Dies spricht für eine Einstellung des Produktes, um sich entweder aus dem Markt zurückzuziehen und weiter auf die Partnerschaften mit anderen Softwareanbietern in diesem Segment zu setzen oder eine Übernahme vorzubereiten.

Aktuelle Personalveränderungen sprechen stärker dafür, dass HP weiter im Data Warehouse Markt aktiv bleibt.
Die Berufung des ehemaligen SAP CEOs Leo Apotheker an die HP-Spitze kann sicherlich als Wille des HP Verwaltungsrates interpretiert werden, den Anteil des Softwaregeschäftes am Gesamtumsatz zu steigern. Noch stärker zeigt der kürzliche Wechsel von SAP BusinessObjects Veteran Marge Breya zu HP ein möglicherweise stärkeres Engagement mit BI- und Data Warehouse Produkten. Da dies durch organisches Wachstum für amerikanische Technologiekonzerne dieser Größenordnung wohl eher zu langsam geht, werden für HP größere Übernahmeziele wie SAP oder mittelgroße wie Tibco, Teradata, Informatica in Frage kommen.
Insbesondere Teradata als einzig verbleibender großer Spezialist im Data-Warehouse-Appliance Markt ist hier der offensichtliche Kandidat - wird aber schon so lange als Übernahmekandidat gehandelt, dass man es schon fast nicht mehr glauben kann.

Es bleibt das starke Hardwaregeschäft, viele Partnerschaften und die eigene Consulting-Organisation für BI und Data Warehousing.
Die Positionierung der großen Wettbewerber und der Markttrend der Konsolidierung zu Komplettanbietern wird HP wohl auch dazu treiben, sich stärker im Markt für Datenmanagement-Software zu engagieren. Ob das dann erfolgreicher als momentan mit Neoview gelingen kann, hängt sicherlich auch von Veränderungen in der HP Organisation ab. Ein weiterer potenter Wettbewerber ist aber sicherlich nicht unbedingt schlecht für den Markt.


Posted 21.12.10 0:19
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Der Speichersystem-Anbieter EMC gibt die Übernahme des analytischen Datenbankanbieters Greenplum bekannt.

Greenplum ist erst seit Juni in Deutschland stärker aktiv und dringt mit dem Engagement von Vertriebsressourcen und Partnern auf den Markt. Der erste Auftritt auf der TDWI im Juni war interessant, insbesondere auch der Bericht der Referenz Skype, die positiv über die Nutzung von preiswerter Hardware zum Aufbau einer masssiv parallelen Datenbankarchitektur mit Greenplum vor dem Hintergrund hoher Skalierbarkeitsanforderungen berichtete. Das Skype Data Warehouse wächst jährlich ca. 100% und ist ausgehend von einer Cube Anwendung auf einem Laptop innerhalb von weingen Jahren von einigen Gigabyte auf 50 Terabyte gewachsen. Und es wächst weiter in dieser Rate.
Die kurzfristigen Auswirkungen der Übernahme in Deutschland sind gering, da auch EMC zunächst einmal Ressourcen für Data Warehousing aufbauen muss. Mittelfristig kann hier aber durch die größere Muttergesellschaft ein interessanter Wettbewerber im analytischen Datenbankmarkt auch im Zentraleuropäischen Markt entstehen. In Nordamerika kann Greenplum aus meiner Sicht auf jeden Fall zu den erfolgreicheren Herausforderern von Oracle und Co. gezählt werden.

Weitere Ressourcen:
Pressemitteilung von EMC

Hier ein (sehr amerikanischer) Kommentar eines Börsenanalysten auf CNBC.


Posted 12.07.10 1:29
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Wie heute bekannt wurde, legt SAP ein Übernahmeangebot für Sybase im Wert von 5,8 Milliarden Dollar vor. Dies hat zwei Stoßrichtungen: Der wichtigere Part für SAP sind sicherlich die Lösungen für mobile Endgeräte von Sybase, die SAP bessere Möglichkeiten für diese zukunftsträchtige Verteil- und Zugriffsform auf Informationen und Anwendungen verschafft. Der zweite interessante Bereich ist das Datenbankgeschäft von Sybase, wo neben SQL Anywhere für mobile Plattformen mit ASE eine klassische transaktional orientierte relationale Datenbank und mit IQ eine spaltenorientierte analytisch orientierte relationale Datenbank im Portfolio ist. Damit verstärkt sich SAP portfolioseitig in zwei Bereichen, in denen sie momentan nicht stark präsent ist und stärkt insgesamt ihre Marktposition mit diesen Ergänzungen der Business Applications um Infrastruktur-Software.

Die konkreteren Pläne im Bereich der Datenmanagement-Plattformen sind noch ziemlich vage. Der relevante Teil der Mitteilung besagt:

"Sybase wird durch die In-Memory-Technologie der SAP die Performance ihrer Analysesysteme wesentlich erhöhen können. Sybase kann zudem ihre Expertise im Bereich der Verarbeitung komplexer Ereignisse und Analysen aus dem Finanzsektor nun auch Kunden in anderen Branchen und Märkten zur Verfügung stellen, in denen SAP vertreten ist. Außerdem wird das Datenbankgeschäft von Sybase durch die In-Memory-Technologie der SAP erweitert, um integrierte Transaktions- und Analysefunktionen zu ermöglichen. Im gleichen Zug sichert die SAP ihren Kunden zu, auch weiterhin für alle Lösungen und Produkte des Unternehmens den Einsatz anderer bedeutender Datenbanksysteme zu unterstützen."

Dies eröffnet erst einmal mehr Fragen als Antworten:
- Die eingebettete Datenbank Sybase Anywhere hat eine In-Memory Option und die Transaktionsdatenbank ASE wurde erst im Februar mit ASE 15.5 um eine In-Memory Option erweitert. Suggeriert die Mitteilung, dass die SAP In-Memory Datenbank leistungsfähiger ist? Wie "erweitert" sie dann die Sybase Systeme?
- Als Sybase "Analysesystem" geht am ehesten die spaltenorientierte Datenbank IQ durch - diese Technologie stand vielleicht auch Pate für die SAP Datenbank-Entwicklung - es gibt zumindest viele Parallelen. Vielleicht steht hier ein Ersatz der relativ alten spaltenorientierte Sybase Datenbank durch die neu entwickelte spaltenorientierte SAP-Datenbank an, die vollständig In-Memory läuft (was IQ nicht tut)?

Ich bin gespannt auf detailliertere Informationen in den nächsten Tagen auf der Sapphire.


Posted 13.05.10 0:24
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pmOne hat mit dem Produkt OneMind eine clevere Idee umgesetzt: Die Einbeziehung von Endanwendern in der Modellierung von Data Warehouses oder Data Marts durch den Einsatz von Mindmaps und dem schnellen Prototyping von Reports. Das Werkzeug ist für Microsoft SQL Server in Verbindung mit Analysis Services verfügbar.

Ein häufiges Problem in der Modellierung von Data Warehouses oder Data Marts ist die Einbeziehung der Fachanwender. Die Herausforderung liegt in der Übersetzung der fachlichen Inhalte in ein IT-taugliches Datenmodell. ER-Diagramme oder auch spezielle, für dimensionale Modelle entwickelte Notationen wie ADAPT weisen durchaus Grenzen in der direkten Verständlichkeit auf.
PMOne setzt in seinem Modellierungs- und Data-Warehouse-Generierungswerkzeug OneMind die Idee um, Modelle nicht nur in MindManager oder Freemind anzuzeigen, sondern diese Werkzeuge auch direkt für die Modellierung zu nutzen. Die erstellten Modelle werden dann in das Modellierungswerkzeug importiert und dort weiterverarbeitet. Auch umgekehrt können Modelle mit Testdaten in Mind-Maps oder Excel mit Pivot-Navigationsmöglichkeiten sofort gezeigt werden. Zusätzlich sind auch Berichtsprototypen implementiert, die dem Anwender schon einmal einen ersten Blick auf ein Ergebnis in Berichtsform geben können. Die enthaltenen Berichtstemplates und erstellten Prototyp-Berichte basieren auf Microsoft SQL Server Reporting Services und können weiter verwendet werden. Damit ergibt sich eine Erleichterung und Beschleunigung für die projektseitige Umsetzung der Berichte.
Die Modellierung konzentriert sich auf dimensionale Modelle und basiert auf der Kimball-Modellierungsmethode. Die logischen Modelle werden in Star Schemen in Microsoft SQL Server Analysis Services Cubes umgesetzt. Die Verbindung zu Daten in Staging-, ODS- oder 3. Normalform Data-Warehouse-Layern muss dann individuell hergestellt werden. Reverse Engineering von Datenmodellen in Datenbanken ist ebenfalls umgesetzt. Das Werkzeug funktioniert ausschließlich mit dem Microsoft SQL Server. Microsoft als eher technisch orientiertes Werkzeug kann durch diese Ergänzung um eine fachlich Kommunikationsmöglichkeit und schnelle Prototyperzeugung erweitert werden. Ein Ausbau zu einem kompletten ETL-Framework für SQL Server ist geplant.

Weiterführende Links
OneMind Homepage
Einen ähnlichen Ansatz, etwas umfassender und nicht ganz so Fachanwenderorientiert verfolgt User Driven Warehouse von Ascention


PMOne OneMind.jpg


Posted 12.05.10 0:48
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Teradata und SAP kündigten kürzlich eine engere Partnerschaft an, die neben Vertrieb und Marketing auch eine weiter verstärkte Zusammenarbeit auf technologischer Ebene mit sich bringt. Ab 2010 soll die Teradata Datenbank auch direkt als Datenbank für SAP BW einsetzbar sein (BW als Applikation kann seine Nutz- und Metadaten bisher nur in Oracle, IBM, SAP und Microsoft Datenbanken speichern). Teradata ist weiterhin Reseller für BusinessObjects-Werkzeuge, auch nach der Übernahme von Business Objects durch SAP.

Die Ankündigung befeuerte wieder die Gerüchte über eine mögliche Übernahme von Teradata durch SAP. Egal ob als Partner oder als Angebot aus einem Haus, passen die beiden Unternehmen und Lösungsportfolios aus verschiedenen Gründen gut zusammen:

1.) Marktpositionierung und Konkurrenz
Sowohl SAP BusinessObjects als auch Teradata haben seit 2007 die sogenannten „Full stack“ Anbieter IBM, Oracle und Microsoft als Haupt-Wettbewerber. Diese drei bieten sowohl BI-Anwenderwerkzeuge als auch Datenbanken und Datenintegrationstechnologien. Teradata ist konzentriert auf eine hochskalierbare Datenbank für Data Warehousing; Business Objects liefert traditionell Datenintegrations- und Anwenderwerkzeuge - also genau die komplementären Komponenten zur Datenbank von Teradata. Das SAP BW auf der anderen Seite wird strategisch von SAP BusinessObjects immer klarer als analytische Applikation für SAP-Daten positioniert. Damit propagiert SAP einen „hybriden“ Ansatz. Dieser lässt Kunden die Freiheit, entweder den DWH-Applikationsweg über SAP BW oder den Weg des offenen Data Warehouse über eine Datenbank zu gehen. Die bisher zertifizierten Datenbankanbieter der SAP für BW – Oracle, Microsoft, IBM – sind genau die Hauptwettbewerber im BI-Markt. Insofern ist die Partnerschaft mit Teradata ein Weg, ein komplettes Angebot ohne die Einbindung der Wettbewerber in den Markt tragen zu können. Schon heute nutzen immerhin 40 der größten 100 SAP-Kunden nach Aussage der SAP auch Teradata.

2. Grundsätzliche Möglichkeit einer Übernahme
SAP macht Business Intelligence – zumindest auf den letzten Kundenkonferenzen – zu dem Top-Thema der SAP für die Zukunft. Das Thema wird im SAP-Vorstand von John Schwartz, ehemaligen CEO von Business Objects, verantwortet, der gleichzeitig auch für Übernahmen verantwortlich zeichnet. Insofern sind punktuelle Zukäufe der SAP im Business Intelligence Portfolio durchaus möglich.
Teradata ist ein Übernahmekandidat: NCR hat sein Datenbank/DWH-Appliance Geschäft mit Teradata als eigenständige Tochter an die Börse gebracht und damit den Weg für eine einfache Übernahme freigemacht. Das Angebot ist konzentriert auf die Spezialdatenbank Teradata und wurde in den letzten Jahren auch nicht um Zukäufe in Richtung einer kompletten BI-Plattform ergänzt – in Kombination mit Informatica als Datenintegrationsplattform und einem Anwenderwerkzeug wie MicroStrategy würde sich beispielsweise ein weiterer sehr starker Komplettanbieter für BI ergeben. Die Spezialisierung auf eine high-end Datenbank und die Distributionsform als Data-Warehouse-Appliance, aber auch ein interessanter Kundenstamm und eine schlagkräftige Service-Einheit machen aus Teradata einen interessanten Kandidat für einen punktuellen Zukauf anderer Anbieter.
Gegen eine Übernahme sprechen drei Faktoren:
1.) Die aktuelle wirtschaftliche Lage sorgt einerseits für günstige Bewertungen von Übernahmekandidaten, andererseits für die Notwendigkeit, Liquidität und Reserven von Unternehmen zusammenzuhalten.
2.) Ganz preiswert wird der Zukauf nicht, SAP könnte auch einen spezialisierten kleineren Appliance-Anbieter übernehmen, wenn es nur um die Technologie geht.
3.) Viele Kunden – gerade in Deutschland – haben nicht den Eindruck, dass SAP den größten Zukauf seiner Geschichte – Business Objects – organisatorisch schon verdaut hat. Organisatorisch könnte eine erneute Übernahme also zu weiteren Herausforderungen führen.

3. Vision und Ausrichtung
Teradata treibt seit vielen Jahren das Konzept des aktiven Data Warehouse für operative und eingebettete BI. Die Teradata Datenbank wird in diesem Szenario eine Plattform, die große Datenmengen in kurzen Zyklen aufnehmen und analysieren kann z.B. von Sensordaten. Außerdem werden die in die Datenbank eingebetteten Ausführungsmöglichkeiten von Prozessen zur Datentransformation und –analyse verstärkt. Diese Möglichkeiten zur engeren Verzahnung mit operativen Prozessen passen offensichtlich gut zur SAP als Marktführer operativer Anwendungen.
SAP BusinessObjects selbst hat sicherlich den Anspruch, dem Erzrivalen Oracle aber auch den anderen großen Anbietern ein umfassendes und leistungsfähiges Angebot entgegenzustellen. Erste Schritte in die Datenspeicherebene werden mit dem BW Accelerator, einer spaltenorientierte In-Memory-Datenbank gemacht. Dies ersetzt in seiner momentanen Aufstellung als Akzelerator oder Analyseappliance (noch?) keine volle Data-Warehouse-Plattform. Genau hier kann sich Teradata als Best-of-breed Anbieter gut einfügen.

4. Technologie
Bereits heute können Teradata Datenbanken und SAP BW-System über einen speziellen Konnektor miteinander verbunden werden. Als Data-Warehouse-Applikation benötigt SAP BW aber immer eine weitere relationalen Datenbank zur Speicherung seiner Daten. Die aktuelle Ankündigung zielt nun darauf ab, SAP BW (ab Version 7.2) auch mit Teradata (ab Version 12) als Datenbank betreiben zu können. Betreiber älterer SAP BW Versionen werden für diese Option somit um ein Update nicht herumkommen.
Eine so geschaffene gemeinsame Plattform für SAP BW und offene Data Warehouse erleichtert vor allem den Betrieb. SAP BW Kunden können von einer leistungsfähigen Datenbank profitieren und vor allem Verbesserungen im Bereich Antwortzeitverhalten und allgemeine Skalierbarkeit hinsichtlich Datenvolumen und Abfragelast erwarten. Eine ähnliche Architektur ist heute nur im Rahmen der partitionierten Version der IBM DB2 für SAP BW verfügbar. Inhaltlich werden SAP BW Systeme und Data Warehouses in Teradata aber getrennt bleiben, was die Vorteile überwiegend auf die technischen Aspekte konzentriert. Ergebnis ist aber sicherlich auch eine verstärkte Diskussion in Unternehmen, ob neue Anforderungen eher in SAP BW oder auf einer offenen Datenbank wie Teradata umgesetzt werden sollen.

Fazit

Teradata als Datenbankspezialist bekommt einfacheren Zugang zu SAP-Kunden und formt eine engere Partnerschaft mit SAP BusinessObjects, deren Kern-Angebot an Datenintegrations- und BI-Anwenderwerkzeugen die Datenbank gut ergänzt.
SAP vollzieht erste Schritte seiner neuen Strategie für Data Warehousing, die auch eine Offenheit für verschiedene Datenbankanbieter vorsieht. BW-Kunden können durch die Ausführung der Applikation auf Teradata als massiv parallele Datenbank eine gute Unterstützung von Performance und Skalierbarkeit erwarten, die in ähnlicher MPP Architektur heute nur mit einer partitionierten IBM DB2 angeboten wird. Die neue Partnerschaft bedeutet auch eine einfachere Umsetzungsmöglichkeit einer „hybriden“ Data-Warehouse-Strategie, bei der SAP BW neben einem „offene“ Data Warehouse auf Basis einer relationalen Datenbank betrieben wird. Weitere ähnliche Partnerschaften können folgen, z.B. mit anderen Anbietern von DWH-Appliances und analytischen Datenbanken wie HP, Sybase oder Netezza.


Posted 13.07.09 13:11
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Nach dem Motto: Besser ungefähr richtig als genau falsch haben meine Kollegen bei BARC und ich uns der Aufgabe gestellt, die Umsätze der BI-Anbieter in Deutschland 2008 zu erheben.
Zur Beschreibung des Softwaremarktes haben wir die Softwareumsätze aus Lizenzverkauf und Wartungseinnahmen für Business-Intelligence-Produkte aller uns bekannter 123 BI-Anbieter in Deutschland erhoben bzw. geschätzt. Dies geschah in den Segmenten „Anwenderwerkzeuge“ (Berichts-, Analyse-, Data-Mining-, Planungs-, Konsolidierungs- und OLAP-Lösungen inklusive multidimensionaler Datenbanken) sowie „Datenmanagement“ (Lösungen für Datenintegration, Datenqualitätsmanagement und Datenspeicherung in Business-Intelligence-Systemen).

Einige interessante Ergebnisse:

  • BI-Markt wächst 2008 um gesunde 6,2 Prozent, trotz Rezession im 2. Halbjahr 08.
  • Unternehmen gaben in Deutschland über 750 Millionen Euro für Software zur Unternehmenssteuerung aus.
  • Die vier marktführenden Anbieter SAP, Oracle, SAS und IBM erwirtschafteten zusammen wie schon 2007 circa die Hälfte des Gesamtumsatzes aller Anbieter (49,7%), konnten Ihren Gesamtanteil allerdings nicht steigern.
  • Die guten Zeiten, in denen jeder Anbieter quasi ungebremst wachsen konnte sind vorbei. Einigen macht die gesamtwirtschaftliche Lage stärker zu schaffen als anderen, und auch innerhalb der Portfolios der Großanbieter gibt es sehr unterschiedliche Entwicklungen.
  • Die Anbieter mit den höchsten Umsatzzuwächsen 2008 sind QlikTech, Evidanza und Jedox. QlikTech gelang mit rund 47 Prozent Umsatzwachstum der Sprung in die TOP 10. Evidanza legte rund 80 Prozent an Umsatz zu und steht auf Platz 31 der Umsatzliste, Jedox mit rund 57 Prozent Wachstum auf Platz 48.
Top20-BI-Anbieter-Deutschla.gif Links

Weitere Informationen zu Ergebnissen und Methodik gibt es in der Pressenotiz.
Die Ergebnisstudie gibt es kostenlos hier.


Posted 8.07.09 13:30
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