Blog von: Siegmund Priglinger Subscribe to this blog's RSS feed!

Siegmund Priglinger

Willkommen bei meinem Blog im BeyeNETWORK. Er unterstützt sowohl Softwarehersteller als auch Softwarenutzer im Einsatz und der Evaluierung von Software aus Sicht „Software enables the Business“. Schreiben Sie mir unter spriglinger@barc.de.

Über den Autor >

Ist Analyst und Berater bei BARC und Repräsentant von BARC in Österreich. Sein fachlicher Schwerpunkt ist Data Governance und Master Data Management als Teil von IT Governance. Dr. Priglinger hat mehr als 25 Jahre Erfahrung als Produkt- und Lösungsanbieter, IT-Manager und Unternehmensberater für ICT. Er unterstützt sowohl Softwarehersteller bei deren „Business Development“ als auch Softwarenutzer im Einsatz und der Evaluierung von Software aus Sicht „Software enables the Business“.

March 2011 Archives

Was glauben Sie, ist all diesen Verfahren gemeinsam? 

  • DWH Metadaten Management (DWH MeDM)
  • DWH Data Life Cycle Management (DWH DLM)
  • DWH Information Requirements Engineering (DWH IRE)
  • DWH Forward/Reverse/Re-Engineering (DWH Engineering)
  • DWH Schema Evolution (DWH Evolution)

Mit diesen Verfahren wird versucht, die Effizienz und Effektivität des DWH-Lebenszyklus zu verbessern. 

Bild ansehen  

Weshalb sollten Softwarewerkzeuge diese Verfahren unterstützen?

Die Hersteller von Softwarewerkzeugen für  das Datenmanagement im BI-Umfeld haben ihre Hausaufgaben in Bezug auf den Funktionsumfang ihrer Werkzeuge aus Sicht der Anwender weitgehend gemacht. Bis auf wenige Spezialisten bieten alle Hersteller eine breite Toolsuite an, die da und dort noch besser integriert werden muss.  Spannend wird es nun jedoch, wie die sich aktuell abzeichnende Herausforderung gemeistert wird, nämlich die Verkürzung der Durchlaufzeiten zur Umsetzung neuer Anforderungen bzw. der Anpassung bestehender DWH-Implementierungen. Dies bedeutet,  dass in den Bereichen Data Warehouse, Data Integration und Data Quality inkl. Stammdatenqualität immer schneller auf Wünsche aus den Geschäftsbereichen zu reagieren ist. Die Durchlaufzeiten der BI-Projektphasen Requirements Engineering, Design und Implementierung können nur verkürzt werden, indem  die Effizienz bei der Erfassung und Umsetzung der Anforderungen

  • sowohl durch verbesserte Verfahren in der Anforderungsanalyse 
  • als auch durch die werkzeugseitige Unterstützung dieser Analyseverfahren

drastisch gesteigert wird. 

BARC @ 11th European TDWI Conference (6.-8.Juni 2011, München)

BARC präsentiert in seinem Datenmanagement-Track diese Verfahren aus zwei Perspektiven. 

  • Hersteller stellen vor, wie sie Ihren Kunden bei diesen Themen mit ihren Werkzeugen helfen. 
  • BARC stellt vor,
    • was Anwender zu diesem Thema sagen,
    • welche Herausforderungen dabei zu bewältigen sind und
    • welche Werkzeuge die Anbieter zur Verfügung stellen.


Ein kurzes Glossar...
 

DWH MeDM verwaltet „Daten über Objekte von Informationssystemen“. Analog zum Datenmanagement umfasst das Metadatenmanagements alle Aufgaben, die für die adäquate Bereitstellung der Metadaten auf strategischer, taktischer und operativer Ebene wahrzunehmen sind. MeDM stellt daher die Daten bereit, die DWH DLM, IRE, Evolution und Engineering brauchen, um quer über das DWH-Umfeld die „Zusammenhänge“ zwischen den dabei erzeugten Objekten bereitstellen und handhaben zu können.

DWH DLM beinhaltet alle Bemühungen, um ein effektives Management der Daten in und um ein DWH während ihrer Nutzungsdauer zu gewährleisten. Dies umfasst die Phasen Erzeugung, Verteilung, Nutzung, Wartung und Disposition. Letzteres beinhaltet gemäß Inmon vier „Life Cycle Sectors“, die festlegen, in welcher Art die Daten jeweils aufbewahrt werden: „Interactive“, „Integrated“, „Near Line“ und „Archivel“. Ziel dieser Strategie ist die Speicherung von Informationen (Daten und Metadaten) gemäß dem „Zugriffsmodus“ darauf, d.h. entsprechend der Zugriffswahrscheinlichkeit.

DWH IRE  ist eine Engineering Methode, die den Gesamtprozess zur Erfassung der  Informationsanforderungen von DWH Nutzern durch für den Fachbereich verständlichen Methoden so zu unterstützt, dass die Anforderungen auf die aktuellen Informationsquellen abgestimmt und auf zukünftige Anforderungen evaluiert werden. Die Informationsanforderungen werden dabei sowohl nach ihrem „Vollständigkeitsgrad“ priorisiert als auch wie weit sie eventuell später in vollem Umfang benötigt werden.  DWH IRE ist nicht auf das DWH Modell beschränkt, sondern erstreckt sich vom „Report“ über das Modell bis in den Datenfluss, der das DWH mit den Datenquellen verbindet: vom primären über das sekundäre zum tertiären Requirements Engineering. „Top Down“ gesehen heißt dies „Demand  Driven IRE“, „Bottom Up“ wird es „Supply Driven IRE“ genannt.

DWH Engineering ermöglicht die strikte Trennung von Systemspezifikation („das Was“) und Implementierung („das Wie“). Dieser Vorgang wird noch dadurch verstärkt, dass eine Schwerpunkverschiebung der Initiativen auf die fachliche Seite – weg von der IT – zu verzeichnen ist. Dabei bietet sich eine „Modellgetriebene Entwicklung“ derartig komplexer Systeme an. Dabei sind drei Entwicklungsrichtungen von Bedeutung: Forward-, Reverse- und Re-Engineering. Während das Forward- und Reverse-Engineering bereits als relativ gut erforscht angesehen werden kann, besteht im Bereich des Re-Engineerings noch erhöhter Bedarf, um zu einer plattformunabhängigen Beschreibung, die auf verschiedenen Systemen ausführbar ist, zu gelangen.

DWH Evolution ist ein anderer Name für die „kontinuierliche“ Fortschreibung bestehender DWH Modelle unter „abgesicherten“ Bedingungen. Im Kontext ständig an Komplexität zunehmender Data Warehouse-Lösungen, die in einer Vielzahl von Unternehmungen zur Unterstützung strategischer, taktischer sowie verstärkt auch operativer Entscheidungen dienen, gewinnt die „Modernisierung“ bzw. „Evolution“ von DWH-Modellen aufgrund ständig auftretender, neuer Anforderungen zunehmend an Bedeutung. Die oftmals über mehrere Jahre gewachsenen und teilweise sehr großen Schemata (=Modelle) der DWH-Systeme sind zunehmend schwerer zu warten.  Eine automatisierte Evolution als „abgesicherte Fortschreibung“ von Data Warehouse-Systemen, basierend auf formalen, algebraischen Beschreibungen, wäre ein ebensolcher Fortschritt für die multidimensionalen Systeme wie es die Codd’schen Theoreme für die relationalen Systeme waren. 


Posted March 7, 2011 1:00 PM
Permalink | keine Kommentare |