26 Mai 2010
Angesichts der technologisch und funktionell beeindruckenden Neuerungen der aktuell veröffentlichten Microsoft Excel 2010 Version werden in Unternehmen Hoffnungen für eine weitgehende Unabhängigkeit von Softwareherstellern im Berichtswesen, der Planung und Analyse geschürt werden.
Ablöse altbewährter Business Intelligence Lösungen
Nutzt man die neue Microsoft Excel 2010 Version zusammen mit dem jetzt der Öffentlichkeit zugänglich gemachten MS SQL Server 2008 R2 und dem Sharepoint Server 2010 liegt der Gedanke an eine Ablöse alt bewährter, jedoch langfristig teurer Business Intelligence Lösungen schon sehr nahe.
Self-Service Business Intelligence
Microsoft selbst spricht in diesem Zusammenhang zu Recht vom „Self-Service Business Intelligence“. Die Vorteile liegen auf der Hand, der nicht unmittelbar erkennbare Nachteil liegt in einer unvergleichbar hohen zeitlichen Inanspruchnahme von IT-Humanressourcen. Macht es also Sinn, Technologiekosten durch Personalkosten abzulösen ohne die Gesamtkosten nachhaltig zu minimieren?
Datenqualitätsmanagement
Die Antwort auf diese Frage muss jedes Unternehmen für sich selbst beantworten. Nachdem BI-Hersteller nach wie vor auf die Optimierung und Steigerung von Funktionalität sowie Performance konzentriert sind, scheint es keine befriedigende Antwort auf diese Frage zu geben. Das Dilemma liegt in der Tabuisierung des Themas „Datenqualitätsmanagement“. Wer mit der Einführung von anspruchsvollen BI-Projekten jemals betraut wurde, weiß wovon die Rede ist. Das Datenqualitätsmanagement sollte stets in der Backend-Sicht betrieben werden, völlig unabhängig mit welchem BI Front-End Tool auf die Daten zugegriffen wird.
Transparente IT-Kosten
Die IT-Kosten sind transparent und evident das ist aber nur ein Aspekt. Ein weiterer wird langfristig erst ersichtlich, wenn unzureichende Datenqualität zu schweren Fehlentscheidungen und Missmanagement führt. Die Folgen einer nicht vorhandenen Risikobewertung, die falsche Einschätzung der Bedeutung dieses Themas sowie die fehlenden Verantwortlichkeiten im Unternehmen sind wenigen bewusst und führen daher zu ausufernden IT-Budgets im Business Intelligence Umfeld.
Referenzen
Firmen mit mehreren hundert bis tausenden Mitarbeitern bestätigen, dass in den letzten Jahren das Thema Datenqualität und sauberes Datenmanagement immanent wichtig, wenn nicht sogar geschäftskritisch geworden ist.
Im Fokus stehen hierbei:
SOURCE: Microsoft Excel 2010 – Ersatz für bestehende BI-Plattformen?
Kommentare
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Posted 7 Juli 2010 by fih@informatec.com
Das Thema Datenqualität ist in der Tat ein erfolgskritischer Faktor bei der Implementierung von BI Systemen. Verlässliche Informationen sind nun mal die Basis, um richtige Entscheidungen treffen zu können und damit für einen positiven Einfluss von BI auf die Kostenstrukturen und die Umsatzseite zu sorgen.
Eine hohe Datenqualität sollte aber nicht bloss durch einen gekonnt aufgebauten ETL-Job erreicht werden. Denn so bleibt der "Datenschrott" im Quellsystem weiterhin bestehen und der Aufwand wird dem BI-Projekt zugeschrieben, woduch die Erreichung eines ROI ungerechtfertigterweise nach hinten verschoben wird.
Datenqualität fängt bei der Dateneingabe ins Quellsystem an und dementsprechend auch bei den dafür zuständigen Personen. Hier braucht es ein Anwenderfreundliches Werkzeug zum Data Profiling & Cleansing im "self-service"-Prinzip (siehe: www.infozoom.com). So wird ein Gespür für die Daten geschaffen und der ETL-Job entlastet. Die Anwendung erfolgt sowohl im laufenden Betrieb, als auch vor und während einer Migration. Die Arbeitserleichterung ist enorm und dementsprechend positiv ist durchweg das Kundenfeedback...
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Posted 26 Mai 2010 by michael.broennimann@ibax.ch
Danke für den kritischen Artikel.
Stabile BI Lösungen mit unternehmensweiter 'version of truth' erfordern daten-zentrische Lösungsansätze, welche eine einheitliche Sichtweise auf Strukturen, Transaktionswerte und auch berechnete Werte erlauben.
In einer aufgabenbezogenen kosteneffizienten multi-tier Architektur werden diese idealerweise zentral auf der bestehenden Data Warehouse Plattform mit optionaler Kombination von OLAP Lösungen realisiert. Die analytischen Applikationen der End User konzentrieren sich hierbei vorteilhafterweise ausschliesslich auf eine wirkungsvolle Visualisierung mit einem hohen Grad an Interaktivität und Benutzerfreundlichkeit.
CONTRA Excel 2010: User Front-End bezogene Tools wie Excel 2010 bieten zwar zunehmend auch ad-hoc Entwicklungskomponenten wie PowerPivot an, welche aber ohne entsprechende Basiskonzepte und Fachwissen das vielfach bereits bestehende Chaos von nicht integrierten Spreadmarts mit dezentraler qualitativ mangelhafter Datenhaltung noch weiter verstärken.
PRO Excel 2010: Nebst den oben genannten Erweiterungen von Excel 2010 hat diese Version auch starke Verbesserungen hinsichtlich Interaktivität und Visualisierung erfahren. So können neu auch mit Excel 2010 ansprechende interaktive und benutzerfreundliche Reports erstellt werden, welche ihre Daten direkt aus einer zentralen OLAP Datenbank (Analysis Services) beziehen. Darüber hinaus werden neu auch Planungsfunktionen (what-if und write-back) unterstützt.
FAZIT: Daher stellt Excel 2010 gerade im Kontext unternehmensweiter Nutzung durch unterschiedliche Benutzergruppen (Reader, Controller, Analyst, etc.) vielfach eine sinnvolle Ergänzung zu den spezialisierten und meist relativ teuren analytischen Applikationen dar. Dank einer server-zentrischen Haltung der Daten, Strukturen und berechneten Werte, sowie einem auf Benutzerfreundlichkeit ausgelegten Datenmodell (advanced OLAP cube design), können alle End User unabhängig der eingesetzten Front-End Applikation mit derselben 'version of truth' und zunehmender BI Self-Service Funktionalität bedient werden.
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