Was ist neu an Operational BI?30 Juni 2009
Kaum eine zweite aktuelle Strömung wird derzeit im Umfeld der Business Intelligence so intensiv und kontrovers diskutiert, wie der Versuch, die vorhandenen und
etablierten Business-Intelligence-Technologien mit den Anforderungen des aktuellen Tagesgeschehens in den Unternehmungen zu verknüpfen. Die Vision einer Operational BI (OPBI), die sich
unmittelbar bei der Abwicklung des Tagesgeschäftes nutzen lässt und eng mit den operativen Geschäftsprozessen verschmolzen ist, klingt vielversprechend. Schließlich scheint es
hier noch unentdeckte und schier unerschöpfliche Anwendungsfelder zu geben, die es nur zu durchdringen und technologisch zu unterstützen gilt. Die drei Autoren repräsentieren den
Blickwinkel aus der Wissenschaft und nehmen eine Positionsbestimmung vor.
Was ist also neu am Konzept einer Operational BI? Ohne Frage wird dieser Begriff von vielen Beratungshäusern und Werkzeugherstellern augenblicklich marketingorientiert und sehr unterschiedlich
verwendet, teilweise mit großer Beliebigkeit abgegrenzt und situativ je nach Interessenslage eingesetzt. Dass dabei eine zunehmende Verwässerung des eigentlichen Gegenstandes eintritt,
kann kaum verwundern und führt selbstverständlich zu zunehmender Verunsicherung bei potenziellen Anwendern. Vor diesem Hintergrund ist es das zentrale Ziel des vorliegenden Beitrages, zur
Einordnung und Abgrenzung von Operational Business Intelligence beizutragen und dabei Denkanstöße für derzeitige und zukünftige Einsatzfelder zu liefern.
Natürlich gab es solche Systeme auch vor der aktuellen BI-Diskussion. Denken wir beispielsweise an Bestell¬ Im Umfeld der operativen BI ist dieses allerdings gefordert. So gehen bei den zugehörigen Lösungen oftmals transformierte Daten aus Operation Data Stores, Data Warehouses oder Data Märtz in die Analysen ein und liefern über Profilbildungen, Vergleiche und bereits durch¬geführte Prozessuntersuchungen die erforderliche Absicherung der operativen BI-Anwendungen.
Operational BI erweist sich somit durchaus nicht als alter Wein in neuen Schläuchen. Die direkte und zeitnahe Verbindung der dispositiven und operativen Systemwelten ist sinnvoll und besitzt
großes Potenzial. So akzentuiert wird Operational BI im Weiteren wie folgt definiert: Der Erfolg dieses Ansatzes zeigte sich bereits nach kurzer Einsatzzeit und motivierte das Management zur Entwicklung und Implementierung weiterer in¬novativer CRM-Konzepte. So war es ein erklärtes Ziel, die CRM-Aktivitäten des Unternehmens nicht – wie meist üblich – nur auf wenige, sehr gute Kunden zu konzentrieren. Vielmehr richtete sich der Ansatz darauf, das gesamte Kundenpotenzial zu nutzen und das Konzept zusätzlich auf Basis neuer Technologien zu einem Realtime CRM zu erweitern. Für diese Zwecke erfolgte in den letzten Jahren die Entwicklung von IT-Infrastrukturen und Kartensystemen, mit deren Hilfe sich das individuelle Verhalten sämtlicher Kunden zum Zeitpunkt der Servicenutzung erfassen lässt. So sind beispielweise in den Casinos Spieltische und Slot-Machines mit Kartenlesern ausgestattet, die der Kunde – wenn er zu den Millionen Kartenprogrammteilnehmern des Hauses gehört – zu seiner persönlichen Identifikation und zum Sammeln von Bonuspunkten nutzen kann. Die Karte wird während der Spielnutzung elektronisch ausgelesen und mit den in Data Warehouses abgelegten individuellen Benutzerinformationen zusammengeführt. Auf diese Weise wird den Harrah´s Mitarbeitern bereits während der Spielnutzung die Identität der Kunden übermitteln. Spezifische Informationen, wie Spielgewohnheiten, Kundenwert, Loyalität, Getränke- und Essensvorlieben, Übernachtungs- und Unterhaltungsgepflogenheiten für den häufig angeschlossenen Entertainmentbereich sind somit realtime verfügbar und sofort situativ nutzbar. Besondere Leistungen, wie Spielgutscheine, Lieblingsgetränke, Snacks, Übernachtungsofferten in konzerneigenen Hotels oder Angebote für Musicals in kundenpräferierten Genres, können also guten Kunden zeitnah bereits beim Spielverlauf offeriert werden und erlauben die kundenindividuelle Ansprache.
Der Erfolg dieser zusätzlichen Services bewirkte, dass sich innerhalb kürzester Zeit mehr als drei Viertel aller Harrah´s diesem Bonusprogramm anschlossen. Signifikant höhere
Auslastungsraten der angeschlossen Restaurant- und Hotelketten, eine erhebliche Steigerung des personenbezogenen Spielumsatzes und die wesent-liche Vergrößerung des Anteils hochwertiger
Stammkun¬den unterstreichen eindrucksvoll den Nutzen dieser hoch-integrierten Lösung aus dem operativen BI-Umfeld. Auch zur Lagerverwaltung sind diverse Einsatzszenarien denkbar. Bei einer drohenden Out-of-Stock-Situation für einen stark nachgefragten Artikel kann beispielsweise aus den historischen Daten leicht ermittelt werden, welche Zeit noch bis zum Eintritt der drohenden Konstellation verbleibt, und zwar unter Berücksichtigung von Rahmenbedingungen wie etwa Tageszeit, Wochentag sowie Geschäftstyp und -lage. Anschließend wäre zu prüfen, ob und in welcher Zeit der vakante Artikel aus anderen Filialen überführt werden könnte und zu welchen kosten. Hieran sind die Kosten der Nichtverfügbarkeit des Artikels, die wiederum aus den historischen Daten stammen, zu messen. Alternativ käme eine Eilbeschaffung in Frage, wobei zu beachten gilt, ob ein möglicher Lieferant bereits in der Vergangenheit diesbezügliche Versprechungen nicht einhalten konnte. Dieses Beispiel lässt sich auch weiter ausdehnen, indem jegliche Störungssituation im operativen Ablaufgesche-hen als potenzieller Kandidat für Unterstützung durch Operational BI verstanden werden kann – etwa Störungen im Produktionsprozess oder bei Logistikvorgängen. SOURCE: Was ist neu an Operational BI? Aktuelle Artikel von Peter Gluchowski, Hans-Georg Kemper, Andreas Seufert |
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