Informatica und die Revolution in der Zusammenarbeit16 Dezember 2009 Am 10. November hat Informatica im Rahmen eines groß angelegten Web-Events sein gleichnamiges Produktportfolio in der Version 9 angekündigt. Der Fokus der Lösungen liegt nachwievor im Bereich Informationsintegration mitsamt Datenqualitäts- und punktueller Unterstützung von Master Data Management, da gibt es nichts prinzipiell Neues. Informatica spricht jedoch von nichts weniger als einer Revolution in der Art und Weise der Zusammenarbeit zwischen Fachanwender und IT. Kann man etwa mit Hilfe von Informatica 9 die Welt verändern?
Business/IT Collaboration Datenintegration wird häufig als reine IT Disziplin definiert – ein notwendiges Übel halt, wenn Daten von einem System zum Nächsten wandern sollen. Für die inhaltliche Komplexität der Aufgabe ist man häufig nicht sensibel, weshalb die strategische Bedeutung der Datenintegration für das Unternehmen auch nicht erkannt wird. Tatsächlich aber ist DI heute mehr eine fachlich-inhaltliche als eine technische Herausforderung. In der Praxis benötigt die IT daher immer auch eine Unterstützung der Fachanwender, die in der Regel wesentlich besser über die Daten und deren Inhalte Bescheid wissen. Um dieser Realität gerecht zu werden hat Informatica in der Version 9 den Fachbenutzer als Informatica-Anwender entdeckt. Ein neuer, Browser-basierter Client soll eine enge Zusammenarbeit von Fachbereich und IT in Entwicklung und Test von Datenintegrationsprozessen ermöglichen. Hierfür wurde die neue Rolle des „Information Analyst“ geschaffen. Der Information Analyst definiert dabei mit Hilfe des neuen Clients die von der IT zu implementierenden Transformationsregeln. Fertig entwickelte Transformationsregeln werden dem Analysten zum Test mit Echtdaten wieder zur Verfügung gestellt. Korrekturen an Regeln können vorgenommen werden, um anschließend den Test zu wiederholen. ![]() Abbildung 1: Datenintegrationskreislauf auf Basis gemeinsamer Metadaten laut Informatica (Quelle: Informatica im Rahmen des Web-Events am 10.11.09) Pervasive Data Quality Auch im Bereich Datenqualität sollen die Erweiterungen in Informatica 9 die Zusammenarbeit von Business und IT verbessern. Nach Überzeugung von Informatica liegt das Problem der klassischen Vorgehensweise darin, dass Datenqualität handkodierten Regeln unterliegt, die nicht wiederverwendbar sind. Das Ziel sollte jedoch sein, Regeln einmalig zu definieren und sie unternehmensweit wiederzuverwenden. Die Informatica 9 Plattform unterstützt den Information Analyst ebenfalls innerhalb des Browser-basierten Client mit entsprechenden Funktionen. Ausgangspunkt ist eine von der IT erstellte DQ-Scorecard für eine bestimmte Datenquelle, die mit bereits bekannter Profiling-Technologie von Informatica erstellt wird. Der Analyst kann aus den Profiling-Ergebnissen heraus sich auf unterschiedliche Detailstufen navigieren, beispielsweise auf konkrete Dateninhalte. Ist das zur Verfügung gestellte Profil bereits veraltet, kann der Analyst eine Aktualisierung anstoßen, die zugunsten der Laufzeit auch auf Basis eines Datenmusters erstellt werden kann. Auf Basis der gewonnenen Erkenntnisse kann der Analyst nun mit Hilfe eines Wizards Regeln und Transformationen für die Bereinigung von Fehlerfällen definieren, sogenannte „cleansing plans“. Diese können von Analysten adhoc getestet werden und stehen auch der IT sofort zur Verfügung. Die durch den Testlauf bereinigten Daten können mit Hilfe der aktualisierten Scorecard kontrolliert werden. SOA-Based Data Services Mit dem Web Service Hub war es bereits in Version 8.5 möglich, PowerCenter als Web Service Consumer und Provider (batch oder real-time) zu verwenden. Services ließen sich auch ohne WSDL-Kenntnisse einrichten. Innerhalb einer SOA Architektur verfolgt man jedoch vor allem das Ziel, unternehmensweit wiederverwendbare Services zur Verfügung zu stellen. Bezogen auf Datenservices heißt das, dass es zur Standardisierung zunächst der Definition entsprechender Objekte bedarf. Definiert man beispielsweise das Objekt „Kunde“, und ergänzt man dieses Objekt um alle notwendigen Services zur Anlage und Pflege der Kundendaten, können alle Applikationen, die etwas mit „Kunde“ machen auf diese Dienste zurückgreifen. Sie nutzen dabei standardisierte Regeln für das Objekt, was eine applikationsübergreifende Datenintegrität sicherstellt. Hier hat Informatica die grundsätzliche Servicefähigkeiten der Plattform in Version 9 mit dem Konzept der „Logical Data Objects“ und dem „Data Object Model“ erweitert. Die erweiterten Fähigkeiten erlauben die Suche nach Datenobjekte und die Verwendung der bereitgestellten Dienste „von außen“, es sind keine speziellen technischen Kenntnisse erforderlich. Services können als SQL oder Webservice zur Verfügung gestellt werden. Die zentrale Pflege sämtlicher Datendienstrichtlinien, einschließlich der Richtlinien für Datenqualität, Aktualität und Datenschutz, unterstützt das Data Governance. Somit bringt Informatica 9 wichtige Fähigkeiten mit, um als Plattform für unternehmensweite Datenintegration eingesetzt zu werden. Informatica Cloud 9 Nicht unerwähnt bleiben soll an dieser Stelle auch die Ankündigung von Informatica Cloud 9 vom 16. November, also knapp eine Woche nach Informatica 9. Auch das Cloud Angebot von Informatica ist nicht neu. Zielsetzung der Cloud-Initiative ist es, Datenintegration als Dienst zur Verfügung zu stellen im Sinne des SaaS (Software as a Service). Eine wichtige technologische Voraussetzung war die grundsätzliche Dienst-Fähigkeit der PowerCenter Plattform, was bereits vor Informatica 9 verfügbar war. Hieraus entstand insbesondere ein Angebot für salesforce.com Anwender zum Zwecke der Datenübertragung und Datensynchronisation zwischen eigene, lokale und salesforce.com Datenbestände. Informatica Cloud 9 bringt folgende Neuerungen an den Markt:
Zusammenfassung
und der Unterstützung dieser durch abgestimmte Clients. Die Erweiterung des Informatica Frameworks um eine Datenmodell-Sicht ist ein wichtiger Schritt und eine Fähigkeit, die nicht nur Informatica unter den Datenintegrationsexperten bislang vermissen ließ. Dennoch müssen sich diese Fähigkeiten zunächst in der Praxis beweisen. Man darf auf erste Erfahrungsberichte gespannt sein. Logical Data Objects und die Ausrichtung der Benutzerschnittstellen auf ein gemeinschaftliches Arbeiten von Business und IT bilden eine erste Basis für eine Verbesserung und Vereinfachung der Datenintegrationsprozesse. Es liefert eine sinnvolle technische Unterstützung zur Etablierung eines Enterprise Information Managements. Letztendlich müssen aber vor allem Organisation und Arbeitsprozesse die notwendigen Voraussetzungen schaffen, eine Technologie kann hier nur bedingt helfen. Interessant wird es auch zu beobachten, inwiefern sich Datenintegration als privater oder öffentlicher Cloud-Dienst durchsetzen wird. Unternehmensinterne Clouds sind derzeit noch im Aufbau, und viele Anwenderunternehmen scheuen es bislang, eigene Geschäftsdaten außerhalb der eigenen Firewall zu speichern. SOURCE: Informatica und die Revolution in der Zusammenarbeit Aktuelle Artikel von Jacqueline Bloemen |
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