Trip-Report von der SAPPHIRE Now - Frankfurt, 17./19. Mai 2010
Die neue Doppelspitze der SAP ist nun genau 100 Tage im Amt, und die Wirkung der neuen Führung ist deutlich erkennbar. Eine klare strategische Ausrichtung der SAP ist endlich wieder zu erkennen. Wohltuend ist auch, dass das bisherige strategische Mantra der kontinuierlichen Margenoptimierung zurück genommen wurde. Bei der SAP geht es wieder um Innovation, wobei unter Innovation verstanden wird: „Mache aus Ideen marktreife Produkte, mit denen Geld gemacht wird“. Für den Kunden ist weiter erfreulich, dass sich die SAP auch wieder zu Ihren Wurzeln bekennt und jetzt mit Stolz sagt, dass Kunden der ersten Stunde, die vor 38 Jahren SAP gekauft haben, immer noch dabei sind. Das wird heute unter den Begriffen „zeitlose (timeless) Software“ und „non-disruptive Technologies“ vermarktet. Der Kundenvorteil ist dabei, dass man eben Innovation durch Informations-Technologie im Rahmen seiner gewachsenen SAP-Landschaft evolutionär einführen kann.
Die neue SAP-Strategie ist einfach und griffig. Sie lautet: „on device, on demand, on premise orchestriert auf Technologie“. Hinter “on device“ steckt der Fokus auf mobile Lösungen. In diesen Kontext passt die zugegeben teure Akquisition von Sybase. Mit der angekündigten Übernahme hat man sich marktführende Technologie gesichert, mit der die SAP schon in den letzten 9 Monaten ihre mobilen Lösungen gebaut hat. (Zur Akquisition von Sybase siehe auch den Abschnitt „Merger & Acquisitions“). Mit „on demand“ geht die SAP klar und deutlich in Richtung Cloud Computing. Dabei sieht die SAP Business by Design als Komplettlösung für KMU und eine hybride Cloud als bestens geeignet für Gross-Unternehmen. Die „on premise“ Lösung zusammen mit der on demand erlaubt die hybride Cloud im Unternehmen.
Mit Business by Design wird jetzt ernst gemacht: Es ist nun „wirklich“ multi-tenant, wird im Juli in 6 Ländern ausgerollt und kann ab sofort bestellt werden. An dieser Ankündigung wird man die neue Doppelspitze messen!
Bei der Technologie ist das neue Thema „in memory“, also weg von der Datenbank, denn Memory ist heute preiswert und viel schneller. Die Idee ist, Datenspeicherung (Persistenz) und Datenverarbeitung (Transaktion und Analytik) voneinander zu trennen. Auf eine persistente Speicherung der Daten in bekannten Medien wird die Verarbeitung der Daten in-memory gesetzt. Die traditionelle Trennung von analytischen und operativen Daten wird so aufgehoben. Damit das funktionieren kann, muss man zwei Dinge tun: Zum einen eine gemeinsame Meta- und Stammdaten-Schicht für die analytischen und operativen Daten haben. Zum anderen eine neue, spezielle Schicht zwischen dem persistenten Speicher und der in-memory-Verarbeitung haben, die für die Updates im Memory sorgt. Hierzu dienen eigens von der SAP entwickelte Algorithmen zur Delta-Indexierung der Daten. Hier hat die SAP Pionierarbeit geleistet. Realisiert ist das alles bereits in Business by Design.
Man kann die Strategie der SAP auch anders darstellen, in dem man sagt: Weg von der Datenbank, die brauchen wir in Zukunft nicht mehr. In-memory ist schneller und preiswerter. Weg vom Desktop, wir werden mobil und unterstützen jeden Mitarbeiter wie einen Konsumenten. Weg von klassischer Software-Implementierung. Die Zukunft liegt in der Wolke. Hier steckt eine Menge Neues. Das ist ein echter Paradigmenwechsel im Software-Markt, den die SAP nun voll trägt und ausbauen will, aber in einer für den Kunden „non-disruptive“ Innovation.
Die Messlatte hat die SAP auf der SAPPHIRE hoch gelegt. Wir werden sie daran messen.
Mit den besten Grüssen
Dr. Wolfgang Martin
SOURCE: Bei der SAP geht es wieder um Innovation - Bericht von der SAPPHIRE 2010
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Wolfgang Martin
Dr. Wolfgang Martin ist ein europäischer Experte auf den Gebieten BI/CPM (Business Intelligence/Corporate Performance Management, Business Integration (Business Process Management, Enterprise
Information Management), SOA (Service Oriented Architecture), CRM (Customer Relationship Management)
Sein Spezialgebiet sind die Wechselwirkungen technologischer Innovation auf das Business und damit auf die Organisation, die Unternehmenskultur, die Businessarchitekturen und die
Geschäftsprozesse. Er ist iBonD Partner (www.ibond.net), Ventana Research Advisor (www.ventanaresearch.com) und Research Advisor des Instituts für Business Intelligence der Steinbeis
Hochschule Berlin (www.i-bi.de). The InfoEconomist zählte ihn in 2001 zu den 10 einflußreichsten IT Consultants in Europa.
Dr. Martin ist unabhängiger Analyst. Vor der Gründung des Wolfgang MARTIN Teams war Dr. Martin 5 ½ Jahre lang bei der META Group, zuletzt als
Senior Vice President International Application Delivery Strategies. Darüber hinaus kennt man ihn aus TV-Interviews, durch Fachartikel in der Wirtschafts- und IT-Presse, als Autor der
Strategic Bulletins zu den Themen BI, SOA, EAI und CRM (www.it-research.net) und als Herausgeber und Co-Autor von Büchern.
Mehr auf www.wolfgang-martin-team.net
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